Elegant, mit einem ausgewogenen Süße-Säure-Verhältnis, so wird der Kaffee aus Malawi beschrieben. Gerade in Deutschland ist er beliebt.

Der Malawi-See bildet die östliche Grenze des nach ihm benannten Binnenstaats im Osten Afrikas. Neben den Reservaten und Nationalparks in dem rund 118 qm² großen Land gehört er zu den Naturschönheiten Malawis, ist von Zeit zu Zeit aber auch immer wieder Grund für Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarländern. Wie viele seiner Nachbarländer hat auch Malawi mit einer hohen Armutsquote zu kämpfen, und die Rate der HIV-Infizierten Einwohner wird auf über 10 Prozent geschätzt. Im Vergleich zu vielen seiner Nachbarn gilt der Binnenstaat dennoch als relativ stabil und sicher.

Der Malawi-See – Naturschönheit und Namensgeber von von Malawi

Wer Malawi auf der Liste der weltweit größten Kaffeeproduzenten sucht, wird weit nach unten gehen müssen, bis der auf den afrikanischen Staat stößt. Rund 30.000 Säcke á 60kg exportiert das Land jährlich, womit es lediglich einen Anteil von 0,01% am weltweiten Kaffeeanbau hält. Aber wie so oft, wenn es die Menge nicht hergibt, hat man auch in Malawi aus der Not eine Tugend gemacht und setzt auf Qualität. Der Kaffee weist zwar weniger die Fruchtigkeit anderer afrikanische Kaffees auf, gilt dafür aber als besonders elegant und ausgestattet mit einer angenehmen Süße. Experten beschreiben seinen Geschmack durch Nuancen von Zartbitterschokolade, gepaart mit einem beerigen Aroma. Süße und Säure balancieren sich gut aus, so das ein gehaltvoller, vielversprechender Körper wachsen kann.

Kaffee als Mitbringsel aus dem botanischen Garten

Die Höhenzüge im Süden des Landes eigenen sich besonders zum Anbau von Kaffee.

Den Anfang soll der Legende nach der schottische Missionar John Buchnan gemacht haben, der mit einer Kaffeepflanze aus dem botanischen Garten in Edinburgh im Gepäck, an seinem neuen Wirkungsgebiet angekommen sein soll. Diese Pflanze soll die Grundlage für die Geschichte des Kaffeeanbaus von Malawi gebildet haben. Gegen Ende des 19. Jahrhundert erlangte sie, das Land stand damals noch unter britischer Herrschaft, durchaus eine größere Bedeutung für den Export. Wie bei vielen anderen Ländern drängte aber vor allem die steigende Dominanz Brasiliens auf dem Weltmarkt auch das relativ kleine Malawi zurück. Buchnan pflanzte sein Mitbringsel aus Schottland in der Region Blantyre im Süden des Landes an, neben Mzuzu in Nord-Malawi noch heute eine der beiden großen Regionen für den Kaffeeanbau.

Ideal für Kaffeevollautomaten

Im Süden finden sich bei einer Höhe von rund 1000 Metern über dem Meeresspiegel auch die idealen Anbaubedingungen für die Pamwamba-Kaffeebohne. Der Kaffee hat einen mittelkräftigen Körper, eine ausgeprägte Säure und einen süßlichen, würzigen Geschmack. Ideal als Filterkaffee oder für den Vollautomaten geeignet.

Der lehmige Vulkanboden erweist sich für die angebauten Arabicabohnen als besonders fruchtbar. Hauptsächlich werden die Arabicasorten Geisha und Catimor, aber auch Sorten wie Blue Mountain, Novo oder Caturra haben sich ihren Platz erobert. Zusammen sorgen sie für ein vor allem in Deutschland und Schweden geschätztes Geschmackserlebnis. Sind es in Malawi überwiegend Kleinbauern, die sich teils zu Kooperativen zusammengeschlossen haben, werden die Bohnen aus Malawi in unseren Breitengraden besonders von kleineren und mittleren Kaffeeröstereien weiterverarbeitet. Nicht selten sorgt dieser Direktvertrieb jenseits der großen Kaffeeindustrie und Fair Trade für das Überleben der Kaffeebauern vor Ort.


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