Cremig läuft der Espresso in die kleine Tasse hinunter, wie eine Schutzschicht bildet sich die Crema auf der Oberfläche, um den Aromen Zeit zu geben, heranzureifen.

So sollte es zumindest im Idealfall einer Espresso-Extraktion sein. Manchmal kann es aber zu einer Unter- bzw. Überextraktion kommen, beides wirkt sich negativ auf den Geschmack des Espresso aus.

Wie lange die perfekte Extraktion, also die Zeit, in der ein Espresso aufgebrüht wird und in die Espressotasse läuft, dauert, lässt sich natürlich nicht exakt festlegen. Die Dauer hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem verwendeten Siebträger. Und dennoch, einen Richtwert gibt es: 24 bis 26 Sekunden sollten genügen bzw. sind ausreichend.

Wird spürbar weniger Zeit benötigt, spricht der Experte von Unterextraktion. Man erkennt sie an der sich schnell auflösenden Crema des Espresso, die zudem auch ungewöhnlich hell ist. Der Espresso selbst schmeckt wässrig, die Aromen kommen kaum zu Geltung. Im Gegensatz dazu ist die Crema bei eine Überextraktion dunkler als üblich, aber mit kleinen hellen Flecken durchsetzt. Der Experte nennt dies Ausweißen. Der durch die Überextraktion entstandene bittere Geschmack, macht auch in diesem Fall den Espresso ungenießbar.

Was tun, wenn der Espresso nicht schmeckt?


Problem: Der Espresso läuft zu schnell durch, es liegt eine Unterextraktion vor.

Ursache: Der Mahlgrad des Kaffeepulvers ist zu grob. / Die verwendete Kaffeemenge ist zu gering.

Lösung: Stellen Sie den Mahlgrad ihrer Espressomühle feiner ein, damit vergrößern Sie die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver. Ist der Kaffee zu grob gemahlen oder füllt den Siebträger nicht aus, fließt das Wasser wie durch Kieselsteine. Zu schnell, und ohne den Geschmack mitzunehmen.


Problem: Der Espresso läuft zu langsam durch, es liegt eine Überextraktion vor.

Ursache: Das Kaffeepulver ist zu fein gemahlen. / Die verwendete Kaffeemenge ist zu hoch. / Der Anpressdruck ist zu stark

Lösung: Je feiner der Mahlgrad, desto länger die Zeit in der Wasser und Kaffeepulver interagieren. Das Problem ist nur, irgendwann ist es zu viel des Guten, und der Kaffee schmeckt zu bitter. Liegt es nicht am Mahlgrad, kann die Ursache auch zu viel Kaffeepulver sein, dass mit zu starkem Druck durch den Tamper in den Siebträger gepresst wurde. Einsteigern passiert das oft, aber aus Fehlern lernt man bekanntlich.


Problem: Die Durchlaufzeit ist perfekt, aber der Espresso schmeck zu bitter.

Ursache: Die Wassertemperatur beim Brühvorgang ist zu hoch.

Lösung: Wenn der Siebträger es zulässt, einfach die Temperatur etwas zurückstellen. Alternativ kann es auch helfen einen Leer-Shoot, also lediglich Wasser, herauslaufen zu lassen, ehe man den eigentlichen Espresso zubereitet. Ebenfalls eine Lösungsmöglichkeit wäre es, den Brühdruck von den eigentlich empfohlenen 9 bar auf 8 bar zu verringern.