In vielen Cafés oder Kaffeebars gehört es einfach dazu, dass Kakaopulver auf dem Cappuccinomilchschaum. Zu suchen hat es dort eigentlich aber nichts.

Noch vor einigen Jahren konnte es einem passieren, dass der Kellner bei der Bestellung eines Cappuccinos wissen wollte, ob man ihn mit Schaum oder Sahne wolle. Die Unsitte Kaffee mit einem riesigen Klecks Sahne als Cappuccino zu verkaufen, ist inzwischen Gott sei Dank ausgestorben. So manch italienischer Kaffeepurist wird sich in Deutschland dennoch noch nicht wohl fühlen. So hat man nördlich der Alpen etwa nie das ungeschriebene Gesetz übernommen, dass Cappuccino allein an Vormittagen genossen wird. Und dann wäre da noch die Sache mit dem Kakao.

Sanft bestreut, oder als Masse auf den Milchschaum geklatscht, das Kakaopulver als letzter Schliff des Cappuccinos ist bei uns inzwischen so üblich geworden, dass wir die Frage „Darf es Kakao oben drauf sein?“, mit einem automatischen „Ja“ beantworten.

Italienische Touristen dagegen werden von der Frage eher verwirrt sein, denn Kakao (alternativ auch Zimt) auf dem Milchschaum kennt man dort nicht. Oder besser ausgedrückt, so eine Unsitte würde sich südlich der Alpen nie durchsetzen.

Der typische Geschmack, das herausgekitzelte Aroma eines Cappuccinos sollte ausschließlich aus der Kombination von Espresso und Milchschaum entstehen. Gleiches gilt für die typische Färbung des Getränks, die ebenfalls aus der Espresso-Milchschaum-Mischung entsteht. Die ursprüngliche Idee hinter dem Kakao als Abschluss des Cappuccinos sollte nichts Anderes bewirken, als hier nachzuhelfen. Man könnte böse sagen, der Kakao sollte über geschmackliche Schwächen von Espresso und Milchschaum hinwegtäuschen.