Crema: Der Schlüssel zu einem aromatischen Espresso?
Zusammenfassung: Die Crema ist weit mehr als nur eine visuelle Komponente Ihres Espressos. Sie entsteht durch den Brühdruck und das freigesetzte CO2 und spielt eine zentrale Rolle bei der Entfaltung der Aromen und der Textur des Espressos. Während sie das Mundgefühl cremiger und voller macht und süße Geschmacksnoten betonen kann, ist sie nicht zwingend notwendig, um einen qualitativ hochwertigen Espresso zu genießen. Dennoch bleibt die Crema ein fest verankerter Bestandteil des Espresso-Erlebnisses. Ihre Beschaffenheit kann Hinweise auf die Extraktion und Frische des Kaffees geben, und sie gilt für viele als Zeichen eines perfekt gebrühten Espressos.

Wir beantworten Ihnen in diesem Beitrag die wichtigsten Fragen zur Crema und klären, warum sie für viele untrennbar zum Espresso dazugehört.
Was ist die Crema und wie entsteht sie?
Die Crema ist der goldbraune Schaum, der sich auf einem frisch zubereiteten Espresso bildet. Sie entsteht durch den hohen Druck während des Brühvorgangs.
Wenn heißes Wasser unter hohem Druck durch fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst wird, löst es vermehrt Kohlendioxid (CO₂), das während des Röstprozesses in den Bohnen entsteht. Sobald die Flüssigkeit in die Tasse fließt und der Druck abrupt abfällt, kann das Wasser das gelöste CO₂ nicht mehr halten. Das Gas entweicht in Form winziger Bläschen, die sich an der Oberfläche sammeln und die Crema bilden.
Enthaltene Öle, Kohlenhydrate und Melanoidine geben der Crema Struktur und Stabilität. Je ausgeprägter diese Stoffe vorhanden sind, desto länger bleibt die Crema bestehen.
Warum ist die Crema so sehr mit dem Espresso verbunden?
Crema entsteht nur, wenn Wasser mit ausreichend hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst wird. Daher trat sie zum ersten Mal gemeinsam mit dem in Siebträgermaschinen zubereiteten Espresso auf.
Der Begriff „Crema“ wird häufig mit Achille Gaggia in Verbindung gebracht, der um 1938 das Patent für die erste moderne Espressomaschine einreichte. Auf der Messe 1939 in Mailand bezeichnete er den besonders feinen Schaum seiner Espressi als „crema caffe naturale“. Damit begann der Siegeszug des ikonischen Espresso-Looks.
Wie wichtig ist die Crema für den Geschmack des Espresso?
Die Crema beeinflusst den Geschmack des Espresso auf drei zentrale Arten:
1. Aromaträger
Beim Platzen der Bläschen werden Aromen freigesetzt, die Nase und Gaumen besonders intensiv wahrnehmen.
2. Mundgefühl
Eine dichte Crema sorgt für eine cremigere, vollere Textur und verstärkt das sensorische Erlebnis.
3. Geschmacksbalance
Die Crema enthält Öle und Stoffe, die Bitterkeit teils binden und teils harmonisieren. Dadurch treten süße Noten stärker hervor – besonders bei dunklen Espressoröstungen.
Ist eine Crema unbedingt notwendig?
Jein. Eine Crema ist typisch für Espresso und beeinflusst seinen Geschmack, aber zwingend notwendig ist sie nicht.
Manche Kaffeetrinker empfinden die Crema sogar als zu bitter und meiden sie bewusst. Gleichzeitig kann ein hochwertiger Espresso mit komplexem Geschmacksprofil auch ohne ausgeprägte Crema überzeugen. Dennoch gehört die Schaumkrone für viele zum traditionellen Gesamtbild, weshalb Röster großen Wert auf eine schöne und stabile Crema legen.
Ist die Crema ein Qualitätsmerkmal?
Nur bedingt. Die Crema wird von vielen Faktoren beeinflusst: Bohnen, Röstgrad, Mahlgrad, Zubereitung, Wasserqualität und sogar der Tassenform.
Trotzdem lassen sich aus ihr einige Hinweise ablesen:
- Helle, instabile Crema → Unterextraktion
- Sehr dunkle, dicke, aber löchrige Crema → Überextraktion
Darüber hinaus ist die Crema ein Frischeindikator: Je älter der Kaffee, desto weniger Crema entsteht.
Geht Espresso auch ohne Crema?
Darüber wird unter Kaffeeliebhabern gerne diskutiert. Für Puristen ist ein Espresso ohne Crema keiner. Andere bezeichnen auch den mit der Mokkakanne zubereiteten Kaffee als Espresso, obwohl der Druck dort nicht ausreicht, um Crema zu erzeugen.

Wieder andere würden am liebsten vollständig auf die Crema verzichten, da sie ihnen zu bitter schmeckt. Für diese Zielgruppe gibt es sogar ein Gadget, das Better Vessel (1), dass die Crema während des Brühprozesses entfernt, ohne auf den Siebträger verzichten zu müssen.
Quellen und Links



