Kaffeegeschichte(n),  Trivia

So beeinflusst der Herbst den Kaffeekonsum

KI generiert: Herbstliche Szene mit Espressotasse und Latte Macchiato
Bild: mit KI generiert

Wenn die Tage kürzer werden und der Morgennebel über den Straßen liegt, wandert die Hand fast automatisch zur Kaffeetasse. Der Herbst markiert jedes Jahr eine spürbare Zäsur in unserer Genusskultur: Kaffee wandelt sich vom schnellen Wachmacher oder kalten Erfrischer zum emotionalen Anker des Tages.

Warum zieht es uns im Herbst so stark zum Kaffee?

Der herbstliche Kaffeedrang hat sowohl physiologische als auch psychologische Wurzeln. Die sinkenden Außentemperaturen wecken in uns ein intuitives Verlangen nach Wärme. Eine heiße Tasse Kaffee kann dann nicht nur buchstäblich unsere Hände wärmen, sondern sorgt auch für ein Gefühl von Geborgenheit, wenn das Wetter draußen ungemütlich wird. Außerdem steigert der Körper die Produktion des Schlafhormons Melatonin, sobald die dunkleren Stunden des Tages länger werden. Die entgegengesetzte Wirkung von Koffein ist vielen dann besonders willkommen. Die belebende Wirkung von Koffein bekämpft zudem zusätzlich den gefürchteten Herbstblues und kann eine gemütliche Pause im Warmen perfekt machen.

Was sich bei den Trinkgewohnheiten ändert

Mit dem Temperatursturz verändert sich nicht nur die Frequenz, sondern das gesamte Geschmacksprofil. Leichte, fruchtig-säuerliche Röstungen und eisgekühlte Drinks treten in den Hintergrund. Gefragt sind jetzt Körper, Cremigkeit und warme Aromen, die an Nüsse, Schokolade, Karamell oder Gebäck erinnern.

Gewinner der HerbstsaisonVerlierer der Herbstsaison
Spiced Lattes & Flavours: Pumpkin Spice, Kardamom-, Zimt- und Haselnuss-NotenIced Coffee & Cold Brew: Klassische Kaltgetränke auf Eiswürfeln brechen drastisch ein
Milchkaffee-Klassiker: Flat White, Cappuccino und Latte Macchiato mit cremigem SchaumEspresso Tonic & Frucht-Brews: Spritzige, zitrische Sommer-Kombinationen

Espresso – eine Kaffeespezialität für jede Jahreszeit

Was jedoch unabhängig der Jahreszeit immer beliebt ist der Espresso. Während der Espresso das ganze Jahr über das Herzstück der Kaffeekultur bildet, verändert sich seine Rolle im Übergang der Jahreszeiten grundlegend. An heißen Sommertagen ist er der ideale Begleiter, weil er den gewünschten Koffeinschub liefert, ohne den Körper mit großen Mengen heißer Flüssigkeit zu belasten – oft bevorzugt als helle, fruchtbetonte Röstung, die mit lebendiger Säure angenehm leicht wirkt. Mit dem Einzug des Herbstes verschiebt sich die Vorliebe spürbar hin zu klassischen, dunkleren Profilen. Wenn es draußen ungemütlich wird, schätzen Kaffeetrinker die dichte Crema, den vollen Körper und die tiefen Aromen von Bitterschokolade, Kakao und gerösteten Nüssen. Ob pur als schneller, wärmender Schluck an der Bar oder als kraftvolles aromatisches Fundament für einen cremigen Cappuccino oder Flat White: Der Espresso passt sich den herbstlichen Gelüsten nach Dichte und Behaglichkeit perfekt an.

Steigt der Kaffeekonsum insgesamt wieder an?

Ja, im Herbst und Winter wird messbar mehr Kaffee getrunken. Während der Sommer von Wasser, Saftschorlen und Eistees dominiert wird, greifen viele Menschen ab Oktober über den ganzen Tag verteilt zu heißen Tassen. Kaffeereports und Marktdaten zeigen regelmäßig saisonale Spitzen: Im Herbst steigt das Absatzvolumen von Röstkaffee sowohl für den Heimbedarf als auch in der Gastronomie spürbar an. Wer im Juli nachmittags ein Kaltgetränk wählt, entscheidet sich im Oktober fast automatisch für den zweiten oder dritten Heißkaffee.

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Bild: KI generiert

Wer an einen typischen Herbstkaffee denkt, denkt häufig an den Pumpkin-Spice-Latte. Wie Lebkuchen und Schokoladennikoläuse scheint auch diese Kaffeespezialität jedes Jahr früher angeboten zu werden. Dabei sehen viele Kaffeeexperten bereits das Ende dieses Quasi-Monopols voraus. Kaffeeröstereien, Cafés und Coffeeshops setzen zunehmend auf raffinierte Konzepte:

  • Caramel Apple & Spiced Orchard: Neben Kürbis etablieren sich Kombinationen mit Apfelnoten, braunem Zucker und Muskat als fruchtig-würzige Herbstalternative.
  • Functional Coffee: Kaffees angereichert mit Adaptogenen, funktionellen Vitalpilzen  sowie entzündungshemmendem Kurkuma oder Ingwer treffen
  • High-End Specialty Brews mit natürlicher Süße: Immer mehr Kaffeetrinker suchen den herbstlichen Geschmack ohne Zuckerzusatz. Gefragt sind Bohnen, die durch Aufbereitungsmethoden wie „Natural“ oder „Honey Processed“ von Natur aus Noten von Feige, getrockneten Beeren und Rohrzucker mitbringen.

Fazit

Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen, das wäre er wahrschlich nicht, würden wir ihn über Monate hinweg schmähen. Neben klassischen Sommerkaffees wie Cold Brew oder Eiskaffee, und einem gemütlichen Latte im Herbst, kann vor allem der Espresso als eine Kaffeespezialität punkten, die zu jeder Jahreszeigt getrunken wird.

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Clarissa Schneider, geboren und aufgewachsen in Coburg, zog für ihr Studium nach Würzburg, wo sie ihre Leidenschaft für Espresso entdeckte. Während ihres Studiums arbeitete sie als Kellnerin in einem gemütlichen Café, wo sie ihre ersten Erfahrungen mit der Zubereitung und dem Genuss von Espresso machte. Diese Zeit prägte sie nachhaltig und weckte in ihr eine tiefe Begeisterung für die Kunst der Kaffeezubereitung. Seitdem hat Clarissa ihre Liebe zu Espresso nicht mehr losgelassen. Als leidenschaftliche Kaffeeliebhaberin und Autorin teilt sie ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrungen gerne mit anderen. Sie schreibt an dieser Stelle die feinen Nuancen des Espresso-Genusses, die neuesten Trends der Kaffeeszene und die faszinierende Welt des Kaffeeanbaus. Bei KaffeeTechnik Seubert ist Clarissa außerdem in der Kundenbetreuung tätig und managet zusätzlich unseren Marese Club.

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