Die Milch macht’s, aber muss es immer die Milch sein? Es gibt viele Alternativen zu Kuhmilch, doch welche eignet sich für Kaffeetrinker?

In den meisten Fällen dürften sich die Menschen auf die Suche nach einem Ersatz für Milch von Kühen machen, wenn bei ihnen eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde, oder sie ihre Ernährung auf vegan umstellen möchten. Manchmal kann es aber auch der Geschmack der Ersatzmilch sein, der zum Beispiel sogar Kaffeesirups ersetzen kann. Denn mitunter haben Reismilch & Co. einen intensiven Eigengeschmack – nicht immer zur Freude jener, die einfach nur nach einer Alternative für die Milch im Kaffee suchen.

Prinzipiell ist es gar kein Problem auf die klassische Milch von der Kuh zu verzichten, um stattdessen auf Soja-, Reis- oder Mandelmilch zurückzugreifen. Zumindest dann, wenn es tatsächlich nur der Ersatz für den Schuss Milch in den Kaffee sein soll. Anders sieht es jedoch zum Beispiel beim Thema Milchschaum aus. Generell gilt, je höher der Fettgehalt der Milch, desto besser gelingt das Aufschäumen. Und je höher der Eiweißgehalt, desto stabiler ist der Milchschaum. Kuhmilch eignet sich hierfür noch immer am besten, weil die Milchalternativen auf pflanzlicher Basis einen geringeren Fett- und Eiweißgehalt haben.

Gehört für viele dazu: Milch im Kaffee

In anderen Fällen kann pflanzliche Milch wie gesagt aber eine vollwertige Alternative sein, und das Angebot ist dabei größer als nur Soja- oder Reismilch. Insgesamt sieben verschiedene Milchalternativen haben wir uns für Sie einmal genauer angesehen.


Dinkelmilch – Wenn Sie auf Milchschaum nicht verzichten können

Für viele Experten kommt Dinkelmilch der originalen Kuhmilch sehr nahe. Die Mischung aus Dinkel und Wasser ist zwar dünnflüssiger als Kuhmilch, weist aber trotzdem auch optisch schon einiges an Ähnlichkeiten auf. Als Milchersatz hat sie aber vor allem den Vorteil, dass es zwar etwas mehr Aufwand kosten kann, mit ihr Milchschaum zu erzeugen, dieser aber doch ein vergleichsweise gutes Ergebnis bringt. Das Volumen kann mit klassischer Milch mithalten, nur die Stabilität ist etwas schwächer. Dinkelmilch gehört zur Gruppe der Getreidemilchsorten. Entsprechend schmeckt sie auch leicht nach Getreide, leicht süßlich, manchmal sogar ein wenig nach Karamell. Die Süße erhält sie durch einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, Proteine sind dagegen kaum enthalten.

Grundlage für eine weitere Milchalternative: Reis

Reismilch – Ideal für die Tasse Kaffee zwischendurch

Noch mehr Kohlenhydrate als Dinkelmilch enthält Reismilch, je nach Sorte bis zu 10%. Sie wird aus Vollkornreis und Wasser gewonnen, und ist wahrscheinlich eine der beliebtesten Alternativen. Gerade für Allergiker ist sie ideal, weil sie nicht nur laktosefrei, sondern auch für Menschen geeignet ist, die empfindlich auf Gluten reagieren. Durch die natürliche Süße eignet sie sich sehr gut für die Verwendung im Kaffee, allerdings sollte man nicht zu viel davon in die Tasse geben, denn Reismilch hat einen relativ starken Eigengeschmack. Weniger geeignet ist die Milchalternative zum Aufschäumen, das Ergebnis überzeugt schon optisch nicht, weil die Konsistenz zu wässrig wird.

Mandelmilch – Für den etwas anderen Cappuccino

Wer auf Laktose oder Gluten schlecht reagiert, ist auch mit Mandelmilch gut beraten. Sie wird aus dem Mehl gerösteter Mandeln und Wasser gewonnen, schmeckt in dieser Version allerdings noch etwas bitter. Das würde Mandelmilch natürlich gerade für Kaffee ungeeignet machen, da die meisten Menschen mit Milch ja die Bitterkeit des Kaffees abschwächen wollen. Deshalb wird die Mandelmilch im Herstellungsprozess noch zusätzlich gesüßt, in der Regel verwenden die Hersteller dazu Honig oder Algavendicksaft. Das Endergebnis lässt sich im Gegensatz zur Reismilch recht gut zum Aufschäumen nutzen. Gerade für Cappuccino ist die Milchalternative beliebt, weil sie neben einem guten Schaum noch eine besondere Geschmacksnote hineinbringt.

Nussmilch – Für die besondere Geschmacksnote

Nüsse eignen sich ebenfalls, um aus ihnen eine Milchalternative zu gewinnen. Am bekanntesten dürfte die Haselnussmilch sein, die wie alle Nussmilchsorten einen starken Eigengeschmack aufweist. Neben der Haselnuss, gehören Cashewnüsse zu den beliebtesten Grundlagen zur Milchgewinnung. Nussmilch ist eine gute Wahl, wenn eine zusätzliche Geschmacksnote ins Spiel kommen soll. Damit ist sie eine gute Alternative zum oft zu dominant schmeckenden Sirup. Ein einheitliches Verhalten beim Aufschäumen weist Nussmilch übrigens nicht immer auf. Cashewnussmilch eignet sich so gut wie gar nicht, es kostet einiges an Aufwand den Milchschaum zu erzeugen, der im Anschluss dann aber schnell wieder verschwindet. Aus Haselnussmilch hingegen lässt sich durchaus ein fester Milchschaum gewinnen, der sich gut für Latte Macchiato oder Cappuccino eignet, allerdings nicht sehr feinporig ist.

Kokosmilch – Für mehr Exotik im Kaffee

Auch wenn es naheliegend wäre, die Flüssigkeit innerhalb einer Kokosnuss ist das sogenannte Kokoswasser, keine Milch. Die Kokosmilch selbst wird aus dem Fruchtfleisch gewonnen, das püriert und mit Wasser gemischt wird. Das Ergebnis kann sich optisch durchaus mit echter Milch messen, hat aber natürlich einen stark von Kuhmilch abweichenden Eigengeschmack. Dafür ist die aromatische Kokosmilch dank ihres Fettgehaltes zwischen 15 und 25% als ein schneller und frischer Energielieferant beliebt. Diese aromatische Frische gibt sie auch an die Kaffeegetränke weiter, in denen man sie als Milchersatz nutzt. Ideal ist sie natürlich auch gerade an heißen Tagen für einen exotischen Eiskaffee. Für Milchschaum ist sie allerdings weniger geeignet.

Sojamilch, ein Klassiker, der heute aber wenig Verwendung findet.

Sojamilch – Der Klassiker unter den Milchalternativen

Sojamilch ist als pflanzliche Milchalternative sicher am bekanntesten. Anders als Getreidemilchsorten wie Dinkel, enthält sich eine große Anzahl an Proteinen, ist außerdem reich an Ballaststoffen und besteht bis zu einem Drittel aus Eiweiß. Der hohe Eiweißgehalt lässt die Milch zwar schnell aufschäumen, aber der Schaum ist auch ebenso schnell wieder verschwunden. Früher oft erste Wahl, ist Sojamilch heute bei Kaffeetrinkern eher unbeliebt. Grund dafür ist er intensive erdige Eigengeschmack, der gerade für weniger mit Sojaprodukten vertrauten Europäern gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem lässt Sojamilch Kaffeegetränke oft wässrig und eher unappetitlich wirken.

Hanfmilch – Nussig, aber nicht berauschend

Produkte aus Hanf sind seit einigen Jahren im Kommen, wenig verwunderlich also, dass es inzwischen auch schon Hanfmilch gibt. Sie wird aus dem Samen der Hanfpflanze gewonnen, und ist völlig rauschfrei. Dafür hat die Milch einen nussigen Geschmack eignet sich also gut, um eine entsprechende Geschmacksnote unterzubringen. Durch ihre cremige Konsistenz macht sie auch optisch einen guten Eindruck.


Ob es am Ende eine ideale Milchalternative gibt, darüber streiten nicht nur die Barista-Community. Wer keinen Milchzucker (Laktose) verträgt, aber dennoch die Wirkung von Milch im Kaffee haben möchte, kann allerdings unter einer ganzen Reihe von Möglichkeiten auswählen, die der originalen Kuhmilch zumindest nahe kommen.

Viele dieser Alternativen finden wie die Kuhmilch selbst, allerdings auch ohne Kaffee ihre Anhänger. Kokosmilch etwa wird als Fitness- und Welnessgetränk genutzt, oder als Zutat in der ein oder anderen asiatischen Küche. Andere Alternativen schwimmen auf Trendwellen. Mandelmilch galt zum Beispiel lange Zeit als besonders hip, aktuell wird ihr diese Position allerdings schon von der Hanfmilch streitig gemacht.

Letztlich zählt aber nur der eigene Geschmack, nicht wahr?