Das neue Jahr hat begonnen, und viele verkünden jetzt den absoluten Trend in ihrer Branche. Kaffee jedoch, hat so etwas nicht nötig.

Wissen Sie, was ein Blue Pea Flower Coffee ist? Nein, das ist auch nicht weiter schlimm. Eigentlich handelt es sich um einen Tee, den ein Schweizer Kaffeeblog in Kombination mit Espresso und Milch zu einem der kommenden Trends in Sachen Kaffee 2019 erklärte. Zugegeben, optisch sah das Getränk ganz hübsch aus, unten in einer hellblauen Farbe, oben das dunkle Braun des Kaffees, getrennt durch eine dünne weiße Milchschicht. Aber nicht alles was hübsch aussieht, sieht gleichzeitig auch schmackhaft aus. Vom Blue Pea Flower Coffee hat man 2019 nichts gehört, oder? In die gleiche Schublade passte dann auch der ebenfalls vorgeschlagene Goth Café, den man durch die Zugabe von Aktivkohle zu einem im wahrsten Sinne des Wortes „schwarzen“ Kaffee verwandelte.

Es gibt viele solcher Kaffee-Trends, die mal hier, mal da, regional oder international, aufflammen und wieder verschwinden. Andere erobern scheinbar die Kaffeewelt dank der Unterstützung von Instagram oder Facebook regelrecht im Sturm, um dann schon kurz darauf wieder vergessen zu werden. Die meisten Vorhersagen für das Jahr 2019, ob sie jetzt skurril klangen, oder nicht, haben sich nicht bewahrheitet. Im besten Fall hat es für ein kleines Strohfeuer gereicht.

Herrscht deshalb in der Kaffeewelt ein Innovationsstillstand?

Nein, die Baristi und Kaffeeröster weltweit hielten im vergangenen Jahr wenig vom Stillstand, und das werden sie wohl auch im Jahr 2020 nicht tun. Die Innovationsenergie konzentriert sich allerdings nicht mehr auf das Kreieren immer neue kurzlebiger Trends, die kaum mehr hergeben als ein gutes Instagram-Foto und einen schnell vergessenen neuen Geschmack. Stattdessen geht es darum etablierte Wege konsequent weiterzugehen und dort Verbesserungen vorzunehmen.

Ein Beispiel: Nachhaltigkeit und fair sind in der Kaffeeszene bereits seit einigen Jahren ein großes Thema. So manch kleiner Kaffeeröster ist bereits in Ländern des Kaffeegürtels unterwegs gewesen, um wirklich sicher zu sein, dass er seinen eigenen Kunden nur beste Qualität anbietet. Vielen ist inzwischen auch bewusst geworden, dass die meisten offiziellen Siegel zwar halten, was sie versprechen, davon aber eher mittelgroße Kaffeebauern profitieren. Wer gezielt Kleinbauern fördern möchte, muss andere Wege gehen. Das Problem ist dann, dass auch der Weg der Kaffeekirsche vom Kleinbauern bis zum Röster sicher dokumentiert werden muss. Was sonst die Verleiher von Qualitätssiegeln erledigen, muss der Röster jetzt selbst gewährleisten.

Nach neuen Möglichkeiten dies sicherzustellen suchen Kaffeeröster und Kaffeebesitzer schon immer, mit der Blockchaintechnologie, die zum Beispiel auch hinter Kryptowährungen im Internet steckt, bietet sich eine Methode an, die nicht nur exakter als alle anderen dokumentiert, sondern auch nahezu vom ersten Glied bis zum letzten als fälschungssicher gelten kann.


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