On-Demand-Espressomühlen sind bei Baristi heute Standard, doch könnte die Grind-by-Weight-Technologie sie bald ablösen?

Wer es ernst mit der Espressozubereitung meint, der setzt bereits beim Mahlen der Kaffeebohnen auf Qualität. An der Espressomühle zu sparen, bedeutet definitiv am falschen Ende zu sparen. Dieser Bedeutung angemessen, ist das Angebot guter Espressomühlen inzwischen ähnlich groß wie das von Siebträgern. Und ähnlich wie bei Siebträgern gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die vor allem für Einsteiger erst einmal erklärungsbedürftig sind.

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So gibt es beim Kauf heute auch die Wahl zwischen Grind-on-Demand- und Grind-by-Weight-Espressomühlen. Wir klären im Folgenden, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, was die Unterschiede sind und wann Sie sich für welche Mühle entscheiden sollten.

Was ist eine Grind-on-Demand-Espressomühle?

Grind on demand ließe sich wohl am besten mit Mahlen nach Bedarf übersetzen. Jeder Mahlvorgang soll also genau die Menge Kaffeepulver erzeugen, die für den Zubereitungsprozess benötigt wird. Ziel ist es immer eine möglichst gleichbleibende Menge für die einzelnen Espressi zu mahlen, um deren Ergebnis möglichst redundant zu halten. Deshalb ist für den Barista der Faktor Zeit die entscheidende Stellschraube, auf die er achtet: Im gleichen Zeitraum wird die gleiche Menge gemahlen. Es sei denn, andere Faktoren ändern sich. Ein veränderter Mahlgrad etwa erfordert für das gleiche Ergebnis eine veränderte Mahlzeit.

Damit lässt sich zwar bereits ein recht genaues Ergebnis erzielen, gerade viele professionellen Baristi möchten es aber noch exakter haben. Sie greifen deshalb zur Waage. Der einfachste Weg ist dann das Abwiegen des leeren Filterträgers vor dem Mahlvorgang und das gleiche Spiel nach dem Mahlvorgang. Die Differenz zwischen den beiden Ergebnissen ergibt logischerweise das Gewicht des frisch gemahlenen Kaffeemehls – und je identischer es mit dem gewünschten Gewicht ist, desto exakter kann das Rezept zubereitet werden.

Was ist eine Grind-by-Weight- Espressomühle?

Hersteller von Espressomühlen haben dem Rechnung getragen und entwickeln inzwischen Mühlen, die den Wiegevorgang selbst übernehmen und nach dem Erreichen der gewünschten Menge den Mahlprozess beenden. Professionelle Espressomühlen wie etwa die Profi-Mühle E80 GBW des Spezialisten Mahlkönig sind in dieser Technologie bereits weit fortgeschritten und haben sie zur Marktreife gebracht. Die Mahlkönig E80 GBW hat allerdings auch ihren Preis, für den bereits manch ordentlicher Siebträger zu haben ist. Andere Hersteller tun sich aber noch etwas schwer mit der Technologie, weil die integrierte Waage zum Beispiel auch die Vibrationen der Mühle ausgleichen muss, um exakte Grammangaben nach der Kommastelle zu liefern. Wobei man diese Nachkommastellen in den meisten Fällen durchaus entspannt sehen kann, denn selbst die professionellsten Baristi oder Kaffeeverkoster können maximal Unterschiede herausschmecken, die bei rund 0,4g liegen.

Was unterscheidet die beiden Technologien?

Grind-on-Demand-Espressomühlen verwenden eine ausgereifte Technologie, bei der Baristi vor allem auf den Faktor Zeit achten müssen. Bei Mahlgradveränderungen beispielsweise muss der Faktor Zeit jedoch angepasst werden. Grind-by-Weight-Espressomühlen mahlen das vorher angegeben Gewicht und ermöglichen somit ein exakteres Einhalten des Rezeptes.

Für welche Espressomühle sollte ich mich entscheiden? Da gute Grind-on-Demand-Espressomühlen ein für Kaffeeliebhaber und Baristi befriedigendes Ergebnis erzielen, ist es wohl im Augenblick noch in erster Linie eine Frage des Geldes. Grind-by-Weight-Espressomühlen sind noch relativ kostspielig, dürften aber bereits in den nächsten Jahren auch für private Baristi erschwinglicher werden.