Wenn es um die Gesundheit geht, hatte Kaffee lange einen schlechten Ruf. Dabei kann eine Tasse Espresso vor dem Laufen gehen, echte Wunder wirken.

Eine Gruppe Wissenschaftler aus Brasilien und Großbritannien veröffentlichten eine Studie, bei der sie die Auswirkungen von Koffein auf die Leistung von Ausdauersportlern untersuchten. Zu diesem Zweck teilten sie 40 Radsportprofis je nach Kaffeekonsum in drei unterschiedliche Gruppen ein. In der ersten Gruppe waren die Sportler, die jeweils eine Tasse Kaffee am Tag tranken, in der zweiten zwei Tassen und in der dritten Gruppe jene, die mehr als drei Tassen Kaffee am Tag tranken.

Der Studienaufbau sah vor, die sportliche Leistung der Probanden auf einem Ergometer zu testen. Dazu bekamen jeweils eine Gruppe in den Untersuchungsphasen Koffeintabletten, die ungefähr der Wirkung von vier Tassen Kaffee entsprachen. Die beiden anderen erhielten ein Placebo bzw. keine Tabletten. Im Ergebnis waren die Sportler auf Koffein 3,3 % leistungsstärker als die Männer, die gar keine Tabletten erhalten haben. Allerdings gab es auch den sogenannten Placebo-Effekt von 2,2 %.

Besser ein Espresso vor dem Sport

Koffein stimuliert das menschliche Nervensystem und regt es dazu an Neurotransmitter zu produzieren. Wer diesen Effekt beim Sport nutzen will, sollte den Kaffee allerdings gut eine halbe Stunde vorher trinken, da das Koffein etwas braucht, bis es seine Wirkung entfalten kann. Zudem eignet sich natürlich ein kleiner Espresso weit besser, als etwa ein doppelter Cappuccino, der eventuell schwer im Magen liegen kann.

Für Sportler erfreulich, der Körper scheint sich nicht an den Koffeingebrauch zu gewöhnen, weshalb die Dosis vor dem Sport nicht gesteigert werden muss, um einen leistungsfördernden Effekt zu erreichen.

Einen Nachteil hat Koffein in diesem Zusammenhang aber doch. Der internationalen Anti-Dopingorganisation WADA ist der leistungssteigernde Effekt natürlich auch nicht entgangen. Koffein steht auf der Liste jener Stoffe, auf die die Anti-Dopingwächter regelmäßig testen.

„Dispelling the myth that habitual caffeine consumption influences the performance response to acute caffeine supplementation“, US National Library of Medicine – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28495846


Update 02.07.2019:

Wie andere Studien nahelegen, könnte Kaffee nicht das einzige alltägliche Lebensmittel, das zum Doping genutzt werden könnte. Ausgerechnet Spinat, der dem Comichelden Popeye bekanntlich Superkräfte verleihen konnte, soll tatsächlich eine muskelaufbauende Wirkung haben. Genauer gesagt das darin enthaltene natürlich Steroid Ecdysteron. Bei Tests an Ratten soll Ecdysteron sogar eine stärkere Wirkung als herkömmliche Dopingmittel haben.

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin haben daraufhin eine Doppelblind-Studie an rund 50 Probanden durchgeführt. Die in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmer bekamen über einen gewissen Zeitraum entweder ein Ecdysteron-Extrakt oder ein Placebo, wobei auch die Wissenschaftler selbst nicht wussten, wer was bekam.

Das Ergebnis: Die Gruppe, die regelmäßig Ecdysteron zu sich genommen hatte, konnte einen signifikanten Muskelaufbau vorweisen. Popeye scheint demnach recht mit seiner Vorliebe für Spinat gehabt zu haben, die Wissenschaftler aus Berlin fordern natürlich dennoch, das man Ecdysteron auf die Dopingliste setzt.

„Ecdysteroids as non-conventional anabolic agent: performance enhancement by ecdysterone supplementation in humans“ – https://link.springer.com/article/10.1007/s00204-019-02490-x


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