Im 10-Jahres-Vergleich konnte Vietnam seine Kaffeeproduktion um 50% steigern. Spitzenreiter bleibt aber ganz klar Brasilien.

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, es rangiert sogar noch vor Mineralwasser, Bier oder Wein. Anders als Hopfen, Malz oder Trauben müssen Kaffeebohnen allerdings importiert werden. Die Kaffeepflanze, egal ob es sich um Arabica- oder Robusta-Kaffee handelt, hat gewisse Ansprüche, wenn es etwa um die klimatischen Bedingungen für die Anpflanzung geht. Ihr Anbaugebiet beschränkt sich deshalb im Wesentlichen auf den sogenannten Kaffeegürtel, einem gedachten Gebiet, das 23 Grad nördlich bis 25 Grad südlich des Äquators um den gesamten Erdball geht. Neben den klimatischen Bedingungen spielen auch Böden und die Meereshöhe eine Rolle. Arabica-Kaffee etwa ist klassischer Hochlandkaffee, aber auch Robusta gedeiht erst ab einer gewissen Höhenlage. Übrigens, nicht selten wächst Kaffee in der Nähe von Vulkanen besonders gut, dort stimmen Höhenlage und Klima – bei gleichzeitig besonders nährstoff- und mineralienreichen Böden.

Brasilien bleibt Kaffeeanbauland Nummer 1

Die richtige Lage und fruchtbare Böden kann vor allem Brasilien in Hülle und Fülle aufweisen. Noch immer dominiert das südamerikanische Land die Rangfolge der Kaffee anbauenden Nationen klar. Auch der diesjährige von Tchibo herausgegebene Kaffeereport weist Brasilien mit einem Anteil von 35% an der angebauten Kaffeemenge für 2019/2020 aus. Das sind immer 58.000 in Tausend 60 Kilogramn-Säcke Kaffee. Zumindest statistisch kommt also jede dritte Kaffeebohne aus Brasilien.

Zum Vergleich, Vietnam konnte sein Ergebnis im 10-Jahres-Vergleich zwar um gut 50% steigern, steuert zum Weltmarkt aber nur 30.000 Tausend 60 Kilogramm-Säcke bei.

Zusammen sind Brasilien und Vietnam für mehr als die Hälfte des weltweit angebauten Kaffees verantwortlich. Die andere Hälfte wird von rund zwanzig anderen Nationen beigesteuert, wobei sich der Marktanteil der meisten Länder tatsächlich im Bereich von 1% oder darunter befindet.

Ausnahmen bildet dabei klassische Kaffeenationen wie Kolumbien (9%), oder Indonesien (7%), dessen Teil-Insel Java bis vor ein paar Jahrzehnten fast synonym für Arabica-Kaffee stand. Aber auch das Ursprungsland des Kaffees, Äthiopien steuert zumindest noch 4% beim weltweiten Kaffeeanbau bei.

Diese Länder bauen den meisten Kaffee an

  Anteil in %
1.Brasilien35,3
2.Vietnam18,5
3.Kolumbien8,5
4.Indonesien6,9
5.Äthiopien4,4
6.Honduras3,6
7.Uganda3,3
8.Indien4,0
9.Mexiko2,4
10.Peru2,3
11.Guatemala2,2
12.Nicaragua1,7
13.Elfenbeinküste1,2
14.Costa Rica0,9
15.Tansania0,6
16.Kenia0,5
17.Papua-Neuguinea0,5
18.El Salvador0,4
19.Venezuela0,4
20.Laos0,4
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