Mit diesen Tipps verbessern Sie die Qualität des Kaffeepulvers und damit auch den daraus zubereiteten Espresso.

Die Bedeutung der Espressomühle für die Qualität des Espresso kann nur schwer unterschätzt werden. Mit ihr wird gewissermaßen die Grundlage für den kurz darauf zubereiteten Espresso geschaffen. Und wie so oft im Leben gilt auch hier, stimmt die Grundlage nicht, kommt es am Ende zu keinem guten Ergebnis. Deshalb sollten Sie nicht nur beim Kauf ein besonderes Augenmerk auf die richtige Mühle legen, sondern auch auf die Reinigung und Pflege im laufenden Betrieb.

Deshalb müssen Sie Ihre Espressomühlen regelmäßig reinigen

Nach jedem Mahlvorgang bleiben Spuren in Ihrer Espressomühle zurück. Zum Beispiel Reste von feinem Kaffeepulver (auch Feinanteil genannt), die sich schlimmstenfalls sogar ansammeln können und so zu Verstopfungen führen. Außerdem werden während des Mahlvorgangs Öle freigesetzt, die in den gerösteten Kaffeebohnen vorhanden sind. Diese bleiben dann oft an den Zähnen der Mahlscheibe haften. Werden sie nicht regelmäßig entfernt, richten nicht nur die Öle selbst irgendwann Schäden an, sondern bieten auch Kaffeepulver eine unerwünschte Haftwirkung zwischen den Zähnen der Mahlscheiben. Verdichtet sich das ölige Material, wird es dadurch auch messbar fester und bildet kleine Brocken. Dadurch ist die Verzahnung der Mahlscheibe nicht mehr an jeder Stelle identisch, was zu einem unregelmäßigen Mahlergebnis führen kann. Was bei Kaffeepulver für die French Press noch akzeptabel ist, wäre für die Zubereitung eines Espresso im Siebträger aber äußerst ärgerlich. Da sich diese alte Kaffeereste in der Espressomühle irgendwann doch ablösen können und so in das frische Mahlgut gelangen, ist übrigens auch kein Grund auf eine regelmäßige Reinigung und Pflege zu verzichten. Im Gegenteil, denn solche alten Kaffeereste können das Geschmackserlebnis von frisch gemahlenem Kaffeepulver schmeckbar trüben.

Manche Espressomühlen reduzieren Reinigungsaufwand

Einige Espressomühlen nehmen ihrem Besitzer schon im laufenden Betrieb einiges an Arbeit ab. So hat der italienische Espressomühlenhersteller Eureka beispielsweise ein BlowUp-System entwickelt. Zwischen Bohnenbehälter und Deckel angebracht kann der Barista mit ein paar Pumpbewegungen verbliebene Kaffeepulverreste aus der Mühle herausblasen. Anwendung findet dieses System zum Beispiel bei der Mignon Zero.

Andere Hersteller minimieren schon beim Entwurf der Mühle den Innenraum und die Auswurfkammer so stark, dass nur wenig Kaffeepulver zurückbleiben kann.

Und es gibt Hersteller, die kleine Bauteile in ihre Mühlen integriert haben, die er Klumpenbildung vorbeugen. Die meisten Lösungen gegen eine Verklumpung des frischgemahlenen Kaffeepulvers setzen bei der elektrostatischen Aufladung an, die neben den Kaffeeölen ebenfalls zur Bildung von Kaffeepulverklumpen führt. Unabhängig von der Gefahr von Kaffeeresten, sollten gute Mühlen auch wegen der Qualität des Mahlguts so wenig Klumpenbildung wie möglich zulassen. Denn die Klumpen, die es in das Mahlgut schaffen, machen es unregelmäßig und das durch den Kaffee fließende Wasser nimmt aufgrund unterschiedlicher Fließgeschwindigkeiten unregelmäßig Geschmack und Aroma aus dem Pulver auf.

Unser Tipps zum Reinigen von Espressomühlen

  • Reinigen Sie Ihre Espressomühle regelmäßig: Kaffee verliert gemahlen bereits nach drei bis vier Tagen deutlich an Aromen und nimmt einen schalen Geschmack an. Eine regelmäßige Reinigung sollte also so geplant sein, das die verbliebenen Reste keinen störenden Geschmack annehmen können.
  • Eine schnelle Reinigung kann nicht schaden: Saugen Sie die Kaffeereste täglich aus, oder verwenden Sie einen Pinsel zur Reinigung. Das empfiehlt sich nach Expertenangaben besonders bei dunklen Röstungen.
  • Eine schnelle Reinigung ersetzt nicht die eigentliche Reinigung: Wer mit dem Sauger oder Pinsel vorgeht, beseitigt zwar Pulverrückstände, aber keine Öle. Eine schnelle Reinigung kann also nur unterstützen, aber nicht die regelmäßige Reinigung ersetzen.
  • Vergessen Sie nicht die Ausstoßkammer: Reinigen Sie auch die Ausstoßkammer und erreichbare Innenbereiche regelmäßig mit einem Pinsel, um Verklumpungen zu verhindern.
  • Verwenden Sie Mühlenreiniger aus Naturprodukten: Biologisch abbaubare Mühlenreiniger schonen nicht nur die Umwelt, die aus speziellen Getreidesorten hergestellten Granulate haben sich auch im Einsatz bewährt. In der Regel genügen rund 50g des Granulats, um bei dem damit gestarteten Reinigungsvorgangs Kaffeeöle und Fettrückstände zu beseitigen.
  • Achten Sie auf die Mahlgradeinstellungen: Ein letzter, aber wichtiger Tipp. Wenn Sie beim Reinigen die Mühle zumindest rudimentär auseinanderbauen müssen, achten Sie darauf, dass die Mahlgradeinstellungen erhalten bleiben. Wird das Einstellrad vom Gewinde getrennt, können diese verloren gehen.

Eine ausführliche Anleitung wie und auch wie oft Sie eine Espressomühle reinigt, haben wir für Sie bereits vor einiger Zeit im Kaffee Journal veröffentlicht: So reinigen Sie Ihre Espressomühle richtig!