Kaffee unterstützt die neuronale Vernetzung im menschlichen Gehirn, damit steigert er unsere geistige Fitness.

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, er liegt in seiner Beliebtheit sogar noch vor Wasser und Bier. Und auch weltweit lässt sich die Zahl der täglich getrunkenen Tassen wohl eher in Milliarden zählen als in Millionen. Damit ist Kaffee für die meisten Menschen auch die Hauptquelle für Koffein. Dieser Hauptwirkstoff des Kaffees stand bereits im Mittelpunkt zahlreicher medizinischer Studien, ist er doch der Hauptverantwortliche für das Wirken von Kaffee auf den menschlichen Körper. Nicht zuletzt ist es ja auch das Koffein, das uns wach macht.

Eine Studie der Universität Minho in Braga (Portugal) legt nahe, dass uns Kaffeekonsum nicht nur wachhält, sondern auch geistig fitter machen könnte. Das Team um Professor Nuno Sousa untersuchte dazu Probanden, die zuvor in die Gruppen Kaffeetrinker und Nicht-Kaffeetrinker eingeteilt wurden. Anschließend wurden in MRT-Scans die neuronale Struktur der Gehirne beider Gruppen untersucht.

Erinnerungsvermögen von Kaffeetrinkern besser

Im direkten Vergleich zwischen Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern ließen sich im MRT Unterschiede an einer ganzen Reihe von Hirnregionen feststellen. Neben dem Kleinhirn, auch im Striatum, dem Thalamus sowie dem Parahippocampus. In der Kurzfassung lässt sich anhand der Ergebnisse sagen, dass die neuronale Vernetzung bei Kaffeetrinkern besser funktioniert. Eine gute Vernetzung wiederum ist der Schlüssel für ein effektiv arbeitendes Gehirn. Die Kaffeetrinker unter den Testpersonen waren fokussierter auf Aufgaben und hatten eine bessere Motorik. Außerdem wiesen sie ein besseres Erinnerungsvermögen als die Probanden der Vergleichsgruppe auf.

Wirkung setzt bereits nach einer Tasse ein

Die genannten Auswirkungen verstärkten sich abhängig des Kaffeekonsums, waren also bei Gewohnheitstrinkern stärker als bei Gelegenheitstrinkern. Allerdings stellten die Forscher auch fest, dass Langzeitkonsumenten nicht erst eine gewisse Menge an Koffein zu sich nehmen mussten, damit sie beispielsweise bei den in der MRT-Röhre gestellten Denksportaufgaben besser abschnitten. Es genügte bereits eine Tasse, um einen Effekt auszulösen.

Trotz der Vorteile warnen die portugiesischen Forscher davor Kaffee in zu hohen Mengen zu trinken, weil man glauben könnte davon klüger zu werden. Kaffee steigert nur die geistige Fitness, macht aber nicht schlauer. Die Probanden gingen lediglich konzentrierter und fokussierte an ihre Aufgaben heran. Außerdem kann zu viel Kaffee auch zu viel des Guten sein. Neben Herzrassen kann zu viel Kaffee auch das Stresslevel erhöhen und zu Unwohlsein führen.

Die Studie: Habitual coffee drinkers display a distinct pattern of brain functional connectivity


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