Ein Proffee besteht aus Cold Brew Coffee, gemixt mit einem Proteinshake. Aber ist das wirklich eine gute Idee?

Aus den USA kommt eine neuer Kaffeetrend zu uns, der gerade in Sozialen Netzwerken wie Tik Tok oder Instagram die Runde macht. Ganz so fotogen wie der Dalgona, der im letzten Jahr ein großer Kaffeetrend war, ist der Proffee zwar nicht, aber dafür hat er es in sich. Zumindest in Sachen Proteine.

Proteinshake + Cold Brew Coffee = Proffee

Proffee ist eine Wortschöpfung aus „Protein“ und „Coffee“ und in der Praxis tatsächlich eine Mischung aus beidem.

Genauer gesagt wird Cold Brew Coffee, also kalt aufgebrühter Kaffee, mit einem Proteinshake nach Wahl gemixt. Das ist zumindest der aktuelle Trend. Wer sich ein wenig umhört, findet aber schnell heraus, dass in früheren Jahren die Zugabe von Proteinpulver in frisch zubereiteten Kaffee in der Fitnessszene als heißer Tipp gehandelt wurde. Der durch das spezielle „kalte Brühverfahren“ zubereitete Cold Brew Coffee hat allerdings oft ein fruchtigeres blumiges Aroma, das ihn besser mit den Geschmackssorten kombinierbar macht, die bei handelsüblichen Proteinshakes auf dem Markt sind. Ob man den Geschmack seines Kaffees allerdings durch einen Proteinshake anpassen möchte, das bleibt jedem selbst überlassen.

Unabhängig davon stellt sich die Frage, macht Proffee überhaupt Sinn?

Kaffee enthält tatsächlich von Haus aus Proteine. Die Menge variiert zwar bei unterschiedlichen Sorten, aber Experten gehen davon aus, dass 100 Gramm Kaffeepulver rund 1 Gramm Proteine beinhaltet. Das ist einer der vielen Gründe, warum Kaffee auch bei Sportlern ein beliebtes Getränk ist. Aber als Proteinquelle dürfte der Kaffee nur als eine unter vielen gelten. Sportler, gerade Kraftsportler, greifen lieber zum Proteinshake. Kurz nach dem Training kann das auch durchaus Sinn machen, und auch zum Frühstück ist eine gezielte Proteinaufnahme durchaus sinnvoll.

Nicht nur Kaffee enthält Protein

Ernährungsexperten warnen allerdings gelegentlich vor Proteinshakes. Denn nicht nur im Kaffee ist Protein enthalten, sondern z.B. auch im Getreide, das als Basis für Brot, Nudeln und zahlreiche andere Lebensmittel genutzt wird. Wer sich abwechslungsreich ernährt, nimmt in der Regel auch genug Proteine zu sich. Die täglich empfohlene Menge hängt vom Körpergewicht ab. Amerikaner, das berichtet die Huffington Post, nehmen deshalb durchschnittlich doppelt so viel Protein zu sich, wie empfohlen. Und so weit weg von diesem Wert dürften wir in Deutschland auch nicht sein.

Unabhängig davon, dass wir zumindest arge Zweifel haben, dass ein Proffee geschmacklich eine gute Idee ist, kann man ihn auch als Getränk an sich kritisieren. Er mag für Sportler durchaus Sinn machen, bei Otto-Normalverbraucher führt er aber wohl eher zu einer Überdosierung mit Protein.


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