Omni Roast, eine Kaffeeröstung für unterschiedliche Zubereitungsmethoden. Ein neue Trend, oder ein Ladenhüter?

Das Angebot an unterschiedlichen Kaffees scheint von Tag zu Tag zu wachsen. Entwicklungen wie der Third Wave Coffee oder die immer beliebter werdenden Spezialitätenkaffees, nicht zu verwechseln mit Kaffeespezialitäten, haben einen riesigen Markt geschaffen, bei dem scheinbar für jeden Kaffeegeschmack etwas dabei ist.

Im Rahmen der Third Coffee Wave-Bewegung fanden gleichzeitig immer mehr Zubereitungsmethoden größere Verbreitung. Viele davon sind so aufwändig, dass nur eingefleischte Barista sich an ihnen versuchen. Andere, wie zum Beispiel Siebträger oder Kaffeevollautomaten haben inzwischen auch in vielen Privathaushalten und erst recht Gastronomiebetrieben Einzug gehalten. Das wiederum schuf die Nachfrage nach Kaffee, der sich nicht nur in Fragen des Geschmacks von seiner Konkurrenz abhob, sondern auch speziell für bestimmte Zubereitungsmethoden geröstet wurde.

In letzter Zeit scheint jedoch eine Trendwende einzusetzen. Während Kaffeeröster lange dem Trend folgten eine immer größere immer individueller werdende Vielfalt zu erzeugen, setzt mancher von ihnen heute auf einen anderen Weg: Omni Roast (Omni Röstung)

Was verbirgt sich hinter Omni Roast?

Die French Press eignet sich eher für helle Röstungen.

Das Röstprofil eines Kaffees besteht aus vielen Faktoren. Das beginnt bei Röstdauer, Temperatur, oft auch bei einem festgelegten Temperaturverlauf, einer bestimmten Vorheiztemperatur usw. Aber selbst die Chargengröße spielt eine nicht nur unterschätzende Rolle, also die Frage wie viele Kaffeebohnen auf einmal in einer Rösttrommel mit bestimmter Größe geröstet werden.

Kaffeeröster haben also eine Vielzahl an Möglichkeiten Geschmack und Aroma der Kaffeemischung Einfluss zu nehmen. Dahinter steht die Idee so individuell wie möglich zu rösten, zum Beispiel also die ideale Röstung für einen mit einem Siebträger zubereiteten Espresso zu erzeugen. In diesem Fall wäre das eine dunkle, trockene Röstung, die sich in manchen Fällen noch für Filterkaffer recht gut eignen könnte. Für den Einsatz in einer French Press oder als Cold Brew würde man diese Mischung allerdings nicht empfehlen. Dort raten Kaffeekenner lieber zu hellen, fruchtigen Röstungen.

Einheitlich hohe Qualität für möglichst viele Röstungen

Die Idee hinter Omni Roast geht in die gegenteilige Richtung. Vereinfacht gesagt setzt sich der Kaffeeröster dabei das Ziel ein Röstprofil für möglichst viele Verwendungsmethoden zu finden. Dabei liegt der Anspruch natürlich höher, als das bei vielen Kaffeemischungen von bereits gemahlenem Kaffeepulver aus dem Supermarkt der Fall ist. Kaffeeröster die auf das Omni Roast Prinzip setzen, gehen eher von der Annahme aus, dass eine hohe Qualität und eine ausgewogene Röstung auch für die unterschiedlichsten Anforderungen gute Ergebnisse liefern kann. Die richtige Omni Röstung zu finden ist dabei allerdings die große Kunst, auch weil sich der Geschmack des Kaffees am Ende natürlich von Zubereitungsmethode zu Zubereitungsmethode unterscheidet.

Mit der Verdichtung des frisch gemahlenen Kaffees im Filterträger, kann der Barista einen entscheidenden Einfluss auf das Aroma des Espresso haben.

Eine qualitativ hochwertige Omni Röstung für viele Zubereitungsmethoden zu haben, verlangt allerdings am Ende oft dem Barista einiges ab. Er hat ohnehin je nach Zubereitungsmethode schon viele Faktoren zu beachten. Der Mahlgrad hat bei fast allen bekannten Methoden eine große Auswirkung auf Aroma und Geschmack. Dazu kommen noch spezielle Faktoren für einzelne Zubereitungsmethoden, zum Beispiel wie fest das Kaffeepulver beim dem Kaffeebrühen mit einem Siebträger mit dem Tamper komprimiert werden soll. Omni Röstungen erhöhen diesen Anspruch an das Barista-Wissen noch einmal, weil es gilt bestimmte Aspekte der einheitlichen Röstung zum Beispiel durch die Extraktionszeit auszugleichen.

Viele in der Kaffeeszene sprechen bereits von einem neuen Trend zum Omni Roast. Die meisten Kaffeeröstereien dürften im Augenblick eher darauf setzen eine Omni Röstung zusätzlich in ihr Angebot aufzunehmen, als verschiedenen spezialisierte Röstungen damit zu ersetzten. Ob sich die Idee durchsetzt, wir am Ende ohnehin bei deren Kunden liegen und ihrem Bedürfnis nach einer Kaffeeröstung für unterschiedliche Zubereitungsmethoden.