Italien ist und bleibt das Land der Kaffeeliebhaber. Einer aktuellen Umfrage nach trinken zumindest 96,6% gerne einmal eine Tasse Kaffee.

Das italienische Umfrageinstitut AstraRicerche hat die Kaffeegewohnheiten seiner Landsleute ins Zentrum einer neuen Studie gestellt. Im Großen und Ganzen bestätigen die Forscher den Eindruck, den wir nördlich der Alpen längst haben, Italien ist eine Kaffeenation.

96,6% der Italiener zwischen 18 und 65 Jahren trinken zumindest gelegentlich ein Kaffee(getränk) in seinen unterschiedlichen Varianten. Zum Vergleich, in Deutschland liegt dieser Wert rund um die 85%. Die meisten Italiener geben sich aber nicht nur mit einer Tasse täglich zufrieden, 40% der bekennenden Kaffeetrinker genießen zwei bis drei Tassen am Tag, nochmal so viele drei bis vier Tassen.

Für viele muss es mehr als eine Tasse Kaffee sein

Die Espressobar ist den Italienern lieb und teuer.
Die Espressobar ist den Italienern lieb und teuer.

Und auch wenn die meisten ihren Kaffee auch gerne zuhause trinken, ist die typisch italienische Espressobar offenbar nicht vom Aussterben bedroht. 65% der Befragten trinken dort gerne ihren Espresso, den man mit einem einfach „un cafè“ bestellt. Das sind zwar über 10% weniger als in einer vergleichbaren Studie aus dem Jahr 2014, aber gerade in Zeiten der Coronapandemie vermissen viele Italiener ihren Espresso außer Haus. Auch in Italien mussten im letzten Jahr die Restaurants und Bars wegen des Coronavirus immer wieder für längere Zeit schließen. 60% der Befragten gaben an die Besuche in der Kaffeebar deshalb im letzten Jahr vermisst zu haben. Wobei es nicht nur der Espresso alleine ist, der fehlt, sondern der typisch italienische Lebensstil, der in der Institution Espressobar zum Ausdruck kommt.

Allerdings ändert sich auch die italienische Welt des Kaffees zunehmend, auch wenn in ihrem Kern immer noch der Espresso an sich steht. Man wird experimentierfreudiger, wenn es auch eher klassische Kaffeespezialitäten wie etwa der Cappuccino sind, die beliebter werden.

Espresso bleibt der König des Kaffees

Das Kaffeewissen der Italiener muss man allerdings differenziert betrachten. Nur rund ein Drittel gab an gut über Themen wie Anbau und Transport Bescheid zu wissen, aber acht von zehn der Befragten meinten über die Wirkungen des Kaffeeröstens und die unterschiedlichen Geschmacksnoten gut informiert zu sein.

Vor allem aber ist der Kaffee für die Italiener ein Ausdruck italienischer Lebensfreude, sowohl für sich selbst als auch für den Rest der Welt. Wenn es sich um Kaffee, Espressomühlen und natürlich Siebträger dreht, geht dem Italiener nichts über „Made in Italy“. Den eigenen Kaffeekünsten vertraut man immer noch am meisten.

Keine Auswirkungen auf die italienische Kaffeekultur erwartet

Übrigens, eine weitere Umfrage, durchgeführt von der Universität Rom, hat genau die Kaffeeröster, Produzenten von Siebträgern usw. befragt, wie sich die Coronakrise auf die italienische Kaffeekultur auswirken würde. 78,8% waren dabei der Meinung, dass es keine Auswirkungen geben würde, 15,9% sehen nur vorübergehende Veränderungen.


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