Der Coffee Coin ist mehr als nur eine neue digital Währung, sein Wert wird durch echten Arabica-Kaffee garantiert.

Kryptowährungen wie der Bitcoin geraten immer mal wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Meist dann, wenn ihre Kurse astronomisch steigen – oder die rein digitale Währung wieder massiv an Wert verliert. Vor kurzem machte aber auch ein Hackerangriff auf eine Plattform für Kryptowährungen Schlagzeilen, bei der rund 600 Millionen Dollar Schaden entstand.

Dabei ist der Bitcoin zwar die bekannteste digitale Währung, mit Litecoin, Bitcoin Cash, DASH und noch einigen anderen Alternativen, haben Investoren in diesem Fall so etwas wie die Qual der Wahl. Selbst der eigentlich als Scherz gedachte Dog Coin hat inzwischen seine Käufer gefunden.

Bitcoin (m.) und seine bekanntesten Alternativen.

Nicht als Scherz gemeint ist der Coffee Coin, der seit gut zwei Monaten im Handel ist und im ersten Monat schon einmal 30% an Wert zulegen konnte. Dabei ist der Coffee Coin nur zum Teil eine klassische Kryptowährung. Er basiert wie Bitcoin & Co. auf der sogenannten Blockchaintechnologie, die wiederum für weit mehr Anwendungen einsatzfähig ist als nur digitale Währungen. Die Blockchain kann man sich wie eine Kette vorstellen, deren einzelne Glieder nachträglich nicht manipuliert werden können. Als Ergebnis ist die gesamte Kette, sprich der gesamte Ablauf, vor Fälschungen sicher. Wie beim Bitcoin ist auch die Menge der Coffee Coins beschränkt, anders als bei der Mutter aller digitalen Währungen sind die 10.200 verfügbaren Stück aber nicht in Stein gemeißelt und die Menge kann nachträglich erhöht werden. Und noch etwas unterscheidet den Coffee Coin von so gut wie allen digitalen Währungen. Der Coffee Coin hat nicht nur einen gehandelten Wert in einer Landeswährung, sondern ein Coffee Coin ist eintauschbar gegen 1 kg Arabica-Kaffee. Konkret heißt das also, es stehen 167 Säcke mit jeweils 60 kg Kaffeebohnen bereit, um bei Bedarf gegen die 10.200 Coffee Coins eingetauscht werden zu können.

1 Coffee Coin = 1 kg Arabica Kaffee

Dafür garantiert die brasilianische Agrar-Genossenschaft Minasul, die den Coffee Coin in Kooperation mit Stonnoex-Gruppe aufgesetzt hat. Minasul ist auf dem brasilianischen Markt seit 60 Jahren ein Begriff, die Genossenschaft mit rund 8.500 Mitgliedern hat ihren Sitz im Bundesstaat Minas Gerais. Hier im Südosten Brasiliens wird fast 70% der gesamten Kaffeeernte des Landes angebaut. Und dank der rund 2 Millionen 60kg-Kaffeesäcke, die Minasul jährlich handelt, dürften auch die 167 Säcke sicher sein, die als Sicherheit für den Coffee Coin bereitstehen.

Ein Coffee Coin hat den Gegenwert von 1 kg Arabica Kaffee.

Mehr als ein Zahlungsmittel innerhalb der Kaffeebranche?

Kaufen kann den Coffee Coin prinzipiell jeder, gedacht ist er aber erst einmal vor allem als Zahlungsmittel in der Kaffeebranche selbst. Zum Beispiel zwischen den Kaffeefarmern und Ausrüstungslieferanten. Erleichtert wird das eben dadurch, dass Kaffeebohnen gegen Coffee Coins eintauschbar sind. Das geht allerdings nur vor Ort in Brasilien. Und auch um Coffee Coins gegen Kaffeebohnen zurückzutauschen, muss man beim Sitz der Minasul Agrar-Genossenschaft persönlich vorbeischauen.

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Eine digitale Währung in der Kaffeebranche ist zwar neu, die Blockchaintechnologie allerdings fand und findet immer wieder Verwendung. In den praktisch umgesetzten Projekten geht es jedoch in der Regel um die Nachverfolgung der Lieferketten. Das Schweizer StartUp Farmer Connect geht in Kooperation mit dem IT-Unternehmen IBM diesen Weg, und möchte den lückenlosen Weg von der Kaffeefarm bis in die Tasse des Endverbrauchers darstellen. Die meisten der StartUps haben sich auch das Wohl der Kaffeefarmer auf die Fahnen geschrieben. Zwar steigt der Preis von Kaffee vielerorts gerade an, davon kommt bei den Kaffeefarmern allerdings am wenigsten an. Bei Fair Trade- oder Direct Trade-Kaffee bleibt im Vergleich mehr Geld bei den Farmern direkt. Der Kaffeeendverbraucher ist deshalb öfter bereit einen höheren Preis zu bezahlen. Die fälschungssichere Blockchain soll in diesem Zusammenhang das Vertrauen beim Endverbraucher stärken auch einen echten Fair Trade-Kaffee in der Tasse zu haben.

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