Bisher haben sich NFTs vor allem in der Kunstwelt etabliert, haben sie auch in der Kaffeebranche eine Chance?

Ist Ihnen in den letzten Monaten auch schon einmal das Kürzel NFT über den Weg gelaufen? Obwohl bereits 2014 erstmals eingesetzt, nimmt die Technologie erst seit einigen Monaten wirklich Fahrt auf. Frei nach dem Motto, spät, aber mit Wucht. Gerade im Kunstbereich beginnt sich NFT zunehmend zu etablieren, doch kann die Technologie auch in der Kaffeebranche Fuß fassen?

Was verbirgt sich hinter NFT?

NFT steht für Non-Fungible Token, also ein nicht teilbarer, eindeutig zuordenbarer Token. Dieser Token wird bei seinem Einsatz in der Kunstszene zum Beispiel an ein digitales Kunstwerk gekoppelt. Auf diese Weise lässt sich das Kunstwerk eindeutig identifizieren, auch wenn eine digitale Kopie davon angelegt wird. Ein anderes Beispiel für einen Token ist der Bitcoin. NFTs und Kryptogeld basieren beide auf der Blockchaintechnologie, unterscheiden sich aber in einem wichtigen Punkt. Im Gegensatz zum Bitcoin ist ein NFT unveränderbar, das heißt zum Beispiel auch nicht teilbar wie die digitale Währung.

Wie werden NFTs bisher in der Kaffeebranche eingesetzt?

Fast 70 Millionen US-Dollar war der bisher teuerste NFT einem Sammler wert, von derartigen Summen kann man bei den NFTs in der Kaffeebranche nur träumen. Aber auch hier werden die NFTs zuerst einmal als individuelles Kunstwerk eingesetzte. Die NFT-Serie „Crypto Barista“ der US-Firma Coffee Bros. ging in diesem Jahr schon in die zweite Runde. Die aufwändig illustrierten NFTs repräsentieren jeweils einen bestimmten Charakterzug eines Barista und sind in bis jetzt 60 unterschiedlichen Varianten gestaltet. Ein ähnliches Projekt ging Bored Breakfast an. Dort verkaufte man 5.000 NFTs und lieferte den Käufen jeweils eine Packung einer speziell für dieses Projekt gerösteten limitierten Kaffeemischung mit.

Allerdings sind es nicht nur junge Kaffee-Startups, die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch die internationale Kaffeehauskette Starbucks haben NFTs für sich entdeckt. „Wir glauben, dass NFTs das Potenzial haben, ein erweitertes Modell der gemeinsamen Nutzung für Loyalität, das Anbieten einzigartiger Erlebnisse, den Communityaufbau, Storytelling und die Einbindung von Kunden zu schaffen.“ , so Brady Brewer, Marketing-Chef von Starbucks, in einem Blogbeitrag, der NFTs auch als ideale Ergänzung für das bereits vorhandene digitale Ökosystem des Konzerns sieht. Statt als Wertanlage, will man bei Starbucks mit seinem NFT-Projekt mit exklusiven Erlebnissen und Vergünstigungen Kunden in der eigenen Community binden.

Wie könnte die weitere Entwicklung aussehen?

Das Fachmagazin Perfect Grind Daily stellt dagegen auch die Frage, wie sich die NFT-Entwicklung in den Anbauländern des Kaffees entwickeln könnte. Klassischerweise finden NFTs vor allem im Westen und in den asiatischen Tigerstaaten Verbreitung. Weniger aber in typischen Kaffeeanbauländern in Mittel- und Südamerika oder Afrika. In der Branche gibt es hier vor allem Pilotprojekte, die den Weg der Kaffeebohne von der Ernte bis in die Tasse sicherstellen sollen. Ähnlich wie bei anderen Versuchen mit der Blockchaintechnologie soll die Produktionskette fälschungssicher und unkompliziert nachvollziehbar dargestellt werden. Eine Einheit Kaffeebohnen soll also mittels eines Tokens eindeutig identifizierbar sein, und deren Weg vom Kaffeefarmer über den Großhändler, den Transporteuer bis hin zum Kaffeeröster und Verkäufer soll, zum Beispiel mittels eines QR-Codes, für jeden Interessierten nachvollziehbar werden.

Hat die NFT-Technologie in der Kaffeebranche eine Zukunft?

Egal ob als Marketinginstrument oder um den Weg des Kaffees in die heimische Kaffeemaschine fälschungssicher darzustellen, es sind vor allem Pilotprojekte, die derzeit mit NFTs gestartet werden. Selbst die Marketingpläne des Kaffeeriesens Starbucks dürften der Technologie in der Branche nicht den Durchbruch bringen. Auch der Einsatz im Direct Trade dürfte für die breite Masse der Kaffeetrinker eher unter dem Radar bleiben. Zwar interessiert sich eine immer größer werdende Gruppe für besonders hochwertigen Kaffee mit eindeutiger Herkunftsangabe, die Mehrheit der Kaffeetrinker greift jedoch lieber zum Kaffee im Supermarktregal.

Wie in vielen anderen Bereichen außerhalb des Kunstmarktes steht NFT noch immer am Anfang der Entwicklung – und letztere lässt sich schwer vorhersagen. So lässt sich die eindeutige Herkunft von Kaffeebohnen zum Beispiel auch mit anderen, etablierteren Blockchaintechnologien sicherstellen. Und als reines Marketinginstrument wie beim „Crypto Barista“-Projekt dürfte NFT bald wieder vom nächsten Trend überholt werden.

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