Die Warnung ist nicht neu, geht derzeit aber wieder einmal durch die Medien. Die Klimaerwärmung könnte den weltweiten Kaffeeanbau bedrohen. Was ist an dieser Behauptung dran?

Um im großen Stil angebaut zu werden, benötigt der Kaffee einige Voraussetzungen. Es ist kein Zufall, dass sich das weltweite Anbaugebiet lediglich zwischen dem 23 Grad nördlich und dem 23 Grad südlich des Äquators befindet. Und da Kaffee auch nicht in jeder Höhe wächst, ist das potentielle Anbaugebiet noch weiter eingeschränkt. Unsere Lieblingsbohne benötigt also ein stabiles tropisches Klima, um gut zu gedeihen. Doch eben jenes könnte durch den Klimawandel gefährdet werden.

Im britischen Guardian schlägt Greg Meenahan, Partnership-Director der Non-Profitorganisation „World Coffee Research“ jetzt jedoch Alarm. Bis 2050 würde sich zum einen der Kaffeekonsum nahezu verdoppeln, während durch den Klimawandel die Anbauflächen immer kleiner werden. Er stützt diese Aussage auf eine Untersuchung der Organisation von rund 35 Kaffeesorten in 23 Ländern.

Der Kaffeekirschenkäfer passt sich inzwischen immer höheren Verhältnissen an.

Klimaveränderungen können auf unterschiedliche Arten den Kaffeeanbau beeinträchtigen, dabei spielt nicht allein die Temperaturen eine Rolle. Kaffee ist eine relativ empfindliche Pflanze, es reicht also schon eine Wetterveränderung zu häufigeren Stürmen oder Regen, um Kaffeeplantagen von dort zu vertreiben. Temperatur- und Wetterveränderung können zusätzlich Schädlinge wie den Kaffeekirschenkäfer begünstigen. Der ursprünglich aus Afrika stammende Schädling breitete sich mit dem Kaffee weltweit aus, und bedroht in manchen Regionen Kaffeebauern inzwischen schon in ihrer Existenz. Bei dem Schädling kommt hinzu, dass sich die Käfer inzwischen den Umständen scheinbar schon so weit angepasst haben, dass ihre Verbreitung nicht mehr bei einem Level von 1.500 Metern über dem Meeresspiegel stoppt. Auf Plantagen am Kilimandscharo in Tansania ist der Käfer inzwischen ganze 300 Meter höher anzufinden, als noch vor rund 100 Jahren.

Weltweiter Kaffeekonsum soll sich bis 2050 verdoppeln

Gleichzeitig hält der Trend zum Kaffee weltweit an. Der durchschnittliche Deutsche trinkt schon heute 160 Liter Kaffee im Jahr, das klingt nach viel, ist aber selbst in Europa noch nicht die Spitzenposition. Die ersten Plätze belegen in Sachen europäischer Kaffeekonsum die skandinavischen Länder. Enorm steigen wird der weltweite Kaffeeverbrauch aber durch die asiatischen Länder. Gerade China sehen die Experten als den großen Wachstumsmarkt für die Kaffeebranche. (Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Investitionsobjekt: Kaffee – oder: kann man mit Kaffee reich werden)

Australien – Die Zukunft des Kaffeeanbaus?

Die Entwicklung selbst hat scheinbar schon begonnen, so berichtet der Guardian weiter, dass Kaffeebauern in Costa Rica inzwischen damit beginnen Orangen anzubauen. Allerdings gibt es auch die entgegengesetzte Entwicklung, so nimmt der Kaffeeanbau in Australien zu. Bisher war australischer Kaffee, ähnlich wie Kaffee aus den kleinen pazifischen Anbaugebieten in Papua-Neuguinea und Hawaii, nur etwas für Entdecker und Spezialisten. Beliebt ist der Kaffee von der anderen Seite der Welt vor allem wegen seines angenehmen Säureanteils und erdiger Note. Gleichzeitig kommen vor allem koffeinarme Kaffeebohnen aus Australien.

Die nord-östlichen Regionen Queensland und New South Wales liegen noch innerhalb des Kaffeegürtels und bieten zeitgleich die notwendigen Anbaubedingungen. Die Anbaugebiete selbst sind aber noch relativ rar gesät. Forscher der Southern Cross University aus New South Wales wollen jetzt einen großangelegten Versuch mit verschiedenen Kaffeesorten unternehmen, um den Anbau zu fördern. Also Argument führen die Wissenschaftler zusätzlich an, dass etwa der Kaffeekirschenkäfer in Australien nicht heimisch ist.


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