Die EU will verhindern, dass für den Kaffeeanbau weitere Flächen der weltweiten Regenwälder gerodet werden.

Auch wenn sich auf dem Kontinent Europa keine Regenwälder befinden, verantworten die Europäer doch die Rodung von 10 bis 16% der Regenwälder. Das berichtete die Zeitung Welt vor Kurzem, und ließ Experten zu Wort kommen, die dafür den Konsum der Europäer verantwortlich machten. Jährlich fallen unzählige Hektar dem europäischen Hunger nach Rindfleisch, Kaffee oder Kakao zum Opfer. Und gerade die südostasiatischen Regenwälder bluten seit Jahren für die Gewinnung des vielseitig einsetzbaren Palmöls aus. Doch damit soll jetzt Schluss sein, zumindest nach Willen der Europäischen Union.

Unter dem Eindruck der Weltklimakonferenz, die vor kurzem im Glasgow beendet wurde, will die EU aktiv gegen die Rodung von Regenwald vorgehen. Eine ganze Reihe an Produkten, darunter auch Kaffee, soll nach Wunsch der Kommission nur noch in die EU eingeführt werden dürfen, wenn dafür nachweislich kein weiterer Regenwald gerodet worden ist. Wer also zum Beispiel Kaffee auf einem Gebiet anbaut, das nach dem 30. Dezember 2020 erschlossen wurde, soll künftig nicht mehr in die EU liefern dürfen.

Ein ehrgeiziges Ziel, dessen Umsetzung aber auf sich warten lassen könnte

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius lobte den Vorstoß bei Euronews als ein ehrgeiziges selbstgestecktes Ziel. Der Entwurf sei wegweisend, so Sinkevicius weiter, vorallem um gegen die illegale Abholzung der Regenwälder vorzugehen.

Kritik gibt es Seitens der Grünen und Umweltschützer, die bemängelnd das Güter wie Kautschuk oder Mais von dem Gesetzesentwurf ausgenommen werden. Außerdem dürfte noch einige Zeit ins Land gehen, ehe die Ziele der EU in den einzelnen Mitgliedsländern umgesetzt werden. Das Verbot von Einwegplastik, etwa für Trinkhalme, gilt zwar seit Juli diesen Jahres, wurde aber bis heute noch nicht einmal in der Hälfte der EU-Länder tatsächlich in nationales Recht übernommen.


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