Viele schwören auf einen starken Kaffee als Mittel gegen den Kater am Morgen danach. Doch was ist an dem Mythos dran?

Zu den zahlreichen Kaffeemythen in der Welt gehört auch die Behauptung, dass Kaffee ein gutes Gegenmittel gegen den Kater am Morgen danach ist. Die Redaktion des Kaffee Journals ist dieser Frage einmal nachgegangen. Und die Antwort lautet erst einmal nur: Jein

Um zu wissen ob und wie Kaffee bei einem Kater hilfreich sein kann, muss man erst einmal einen Schritt zurück gehen. Wie wirkt Alkohol auf unseren Körper und was ist ein Kater überhaupt?

Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeiten

Das wir den Kater oft sprichwörtlich erst am nächsten Morgen bekommen, hat seinen guten Grund. Seine Ursache ist die Reaktion unseres Körpers beim Abbau des am Abend zuvor aufgenommenen Alkohols. Dabei wird dem Körper vor allem Flüssigkeit entzogen, also etwas, was man dem Kaffee lange fälschlicherweise zugeschrieben hat. Außerdem kostet der Alkoholabbau dem Körper wertvolle Elektrolyte wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium. Der Rollmops als klassisches Katerfrühstück ist relativ reich an diesen Stoffen. An diesem Mythos ist also schon einmal etwas Wahres dran. Doch wie sieht es mit dem Kaffee aus?

Koffein, der Hauptwirkstoff von Kaffee, gehört wahrscheinlich zu den intensivsten erforschten Wirkstoffen weltweit. Und natürlich haben sich Wissenschaftler auch die Wirkung von Koffein auf Alkohol angesehen. Zwei Studien gingen etwa der Frage nach, ob Koffein Auswirkungen zeigt, wenn man es gemeinsam mit Alkohol konsumiert. Eine niederländische Studie befragte dazu über 500 Studienteilnehmer, eine US-Studie sah sich die Auswirkungen an, in dem sie einer Gruppe mit Koffein versetztes Bier trinken ließ, um diese dann mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Das Ergebnis: Koffein macht keinen Unterschied.

Ein starker Espresso kann gegen den Kater helfen

Das sagt allerdings nur bedingt etwas darüber aus, ob sich unzählige Menschen irren, für die der Kaffee am Morgen das ultimative Gegenmittel gegen den Kater ist. Tatsächlich gibt es durchaus gute Gründe an eine positive Wirkung des Kaffees zu glauben.

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Zu definieren, was ein Kater nach zu viel Alkohol überhaupt ist, kann durchaus schwierig sein. Jeder Körper reagiert anders. In den meisten Fällen zeigt er sich jedoch mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Durst. Die meisten dieser Symptome lassen sich auf den durch Alkoholabbau entstandenen Flüssigkeitsmangel erklären. Eine Tasse Kaffee hilft also schon allein deshalb. Außerdem wirkt Koffein bei vielen Menschen kopfschmerzlindernd.

Zitrone verstärkt die Wirkung des Koffein

Ein starker, also koffeinreicher Espresso kann also am nächsten Morgen durchaus hilfreich sein. Noch hilfreicher soll er werden, wenn man einen guten Schuss Zitrone dazugibt. Klingt komisch, hat aber durchaus seinen Sinn. Die Zitronensäure verstärkt die Wirkung des Koffeins. Gemeinsam blockieren sie die Bildung eines Enzyms, das Prostaglandine produziert, die für die Schmerzweiterleitung im Körper verantwortlich sind.

Die Wirkung des Koffeinkonsums über Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke ist allerdings nicht mit dem medizinischen Koffein in Schmerztabletten vergleichbar. Dort kommt es in konzentrierter Form vor und kann auch dann wirken, wenn man der Körper Koffein durch Kaffee oder Cola bereits in größeren Mengen gewöhnt ist. Für häufige Kaffeetrinker kann der Espresso als Mittel gegen den Kater nämlich wirkungslos sein, hat sich der Körper bereits an den Konsum von Koffein in größeren Mengen gewöhnt.

LinkTipp: Tipps gegen den Kater (Apotheken Rundschau)


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