Kaffee rösten im Backofen, in der Pfanne oder gar mit der Heißluftpistole? Es geht, aber macht es auch Sinn?

Darum geht’s:

Kaffeerösten wie die Profis, ohne Rösttrommel?

Eigentlich empfehlen wir ja schon, auch dann zu einer Rösttrommel zu greifen, selbst wenn man zum Selbströster für kleine Chargen werden möchte. Die einzigen Geräte mit denen Heimrösten möglich ist, sind richtige Kaffeerösttrommeln allerdings nicht. In der Community kursieren zum Beispiel immer wieder Anleitungen, wie Fritteusen oder Popcornmaschinen zu Kaffeeröstern umgebaut werden können.

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns allerdings mit noch einfacheren Methoden seinen eigenen Kaffee zu rösten. Mit ihnen wird man zwar nicht das gleichmäßige, reproduzierbare Ergebnis erzeugen können, wie mit einem professionellen Kaffeeröster, aber doch ganz eigenen Aromen.

Kaffee rösten im Backofen

Besonders wenig Aufwand macht das Rösten im heimischen Backofen. Als Vorbereitung empfiehlt es sich allerdings die Kaffeebohnen gründlich zu waschen. Dabei werden viele der dünnen Häutchen entfernt, die die Bohne selbst umgeben. Während des Erhitzens würden diese sonst abplatzen und den Backofen verschmutzen.

Davon abgesehen besteht die Arbeit dann nur noch daraus, den Rohkaffee für 10 bis 20 Minuten in einen auf 200°C Grad vorgeheizten Ofen zu schieben. Wie lange genau der Kaffee dort rösten soll, hängt davon ab, wie dunkel das Endergebnis sein soll. Einen weiteren Hinweis liefert das „Cracken“ des Kaffees, das man auch bei professionellen Kaffeeröstern gut vernehmen kann.

Eine Pfanne und einen Herd – auch so lässt sich Kaffee rösten.

Kaffee rösten in der Pfanne

Das Rösten in der Pfanne erzeugt tendenziell einen etwas schlechteren, unregelmäßigeren Kaffee, als die Backofenvariante. Dafür ist der Erlebnisfaktor, und auch der Geruchsfaktor um einiges höher – allerdings auch der Aufwand.

Bevor man die „rohen“ Kaffeebohnen in die Pfanne gibt, sollte diese ebenfalls auf 200°C Grad erhitzt sein. Zum Messen eignet sich ein Infrarot-Thermometer. Wie bei der Backofenmethode lohnt es sich auch hier, die Rohbohnen gründlich zu waschen, um zumindest große Teile der dünnen Kaffeehäutchen zu entfernen. Allerdings werden auch dann noch reichlich kleinere Teile der Bohne abplatzen und durch die Küche fliegen. Deshalb empfiehlt es sich bei dieser Methode eine Schutzbrille aufzusetzen. Außerdem ist bekannt, dass manch besonders empfindlicher Rauchmelder dabei schon angeschlagen sind.

Belohnt wird man bei dieser Röstmethode mit einem Zeitgewinn gegenüber der Backofenmethode um gut die Hälfte. Und einem vielleicht unvergleichlichen Dufterlebnis in der eigenen Küche.

Kaffee rösten mit der Heißluftpistole

Ja, auch mit der Heißluftpistole kann man seinen eigenen Kaffee rösten. Im Prinzip braucht man dafür neben der Heißluftpistole nur noch eine feuerfeste Schüssel und sollte wie bei der Pfannenröstung eine Schutzbrille tragen.

Diese Methode dürfte jene sein, bei der der Kaffeeröster selbst den größten Einfluss auf das Ergebnis hat, weil er die heiße, also röstende Luft am gezieltesten auf die Rohbohnen richten kann. Das heißt natürlich auch, dass diese Methode am meisten Übung und ein gewisses Gefühl für die Kaffeebohnen erfordert.

Schon früher röstete man keiner kleine Chargen Kaffee zuhause.

Sollte ich nicht doch lieber eine Rösttrommel nutzen?

Für experimentierfreudige Kaffeeliebhaber spricht eigentlich nichts dagegen die beschriebenen Methoden einmal auszuprobieren. Auch wenn das Ergebnis nicht so gut reproduzierbar ist, wie bei professionellen Methoden, lässt sich mit Erfahrung doch zumindest ein zufriedenstellendes Ergebnis erzeugen.

Die Methoden sind auch eine Möglichkeit für jene, die nicht sofort eine Kaffeerösttrommel anschaffen wollen, erst einmal in das Kaffee rösten hinein zu schnuppern. Mittel- bis langfristig empfiehlt es sich aber meist trotzdem ein Rösttrommel anzuschaffen, von denen er bereits zahlreiche kleine Modelle für erschwingliche Preise für den Privathaushalt gibt.


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