Frisch gemahlene Kaffeebohnen sind die Grundlage einer guten Tasse Kaffee. In Seattle arbeitet ein Start-up daran diese simple Wahrheit zu verändern.

Wer im Zusammenhang mit Kaffee an Seattle denkt, dem kommt wahrscheinlich zuerst der Name Starbucks in den Sinn. Die amerikanische Kaffeehauskette eroberte von der Stadt an der US-Westküste aus, die Welt mit ihren Niederlassungen. Doch in der Zukunft könnte man bei der Kombination Kaffee und Seattle vielleicht bald nur noch an Atomo denken.

Warum? Atomo sammelt gerade auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter Geld für eine neue Geschäftsidee: Kaffeeloser Kaffee

In Zeiten in denen die Lebensmittelindustrie fleischloses Fleisch für Vegetarier und Eier ohne Ei für Veganer auf den Markt gebracht hat, klingt das eigentlich nicht sonderlich überraschend. Der Aspekt Umweltschutz spielt auch für Gründer Andy Kleitsch eine Rolle. Sein molekularer Kaffee könnte sicher auch hier einige Verbesserungen bringen. In der Hauptsache treibt den Atomo-Gründer aber die Sorge um, dass Kaffeepflanzen dem Klimawandel zum Opfer fallen könnten. Diese Befürchtung ist nicht unbedingt aus der Luft gegriffen, sind laut einer Studie des britischen Royal Botanical Gardens doch etwa 60 % der weltweiten Kaffeepflanzen durch den Klimawandel bedroht. Besonders besorgniserregend, auch die Sorte Arabica gilt dieser Studie nach als „kritisch gefährdet“. Arabica ist die mit Abstand am häufigsten für Kaffee verwendete Pflanzenart. Kaffee könnte also tatsächlich aussterben, oder die Bestände könnten zumindest so weit reduziert werden, dass der Kaffeepreis selbst für viele Menschen in der westlichen Hemisphäre nicht mehr bezahlbar wäre.

Kaffee ohne Bitterstoffe

An diesem Punkt will Atomo ansetzen. Gemeinsam mit dem Ernährungswissenschaftler Jarret Stopforth hat Gründer Kleitsch deshalb die dominierenden Kaffeearomen bestimmt. Auf dieser Basis soll ein Kaffeemehl hergestellt werden, das im Geschmack mit dem heute genutzten Kaffeepulver vergleichbar ist. Allerdings eben nicht mehr auf Grundlage der Kaffeebohne, sondern auf der von Sonnenblumenkernen. Der Rest ist Molekularchemie. Ganz nebenbei will Atomo auch die Zugabe von Milch und Zucker in den Kaffee überflüssig machen, in dem ihr Molekular-Kaffee frei von Bitterstoffen hergestellt wird.

Einen Prototypen hat das Start-up bereits entwickelt und ließ diesen kürzlich in einem Vergleichstest gegen Starbacks Kaffee antreten:

Mit Nestle ist übrigens auch schon ein Big Player auf dem Markt auf das junge Start-up aufmerksam geworden. Das es in Zukunft kaffeelosen Kaffee zu kaufen gibt, ist also gar nicht so unwahrscheinlich.


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