Kaffee gehört sicher zu jenen Lebensmitteln, die weltweit zum Mittelpunkt einer Vielzahl Studien geworden sind. Dennoch besteht in der Forschung Nachholbedarf.

Können Sie sich an das in den Medien veröffentlichte Ergebnis einer Studie zum Thema Kaffee erinnern?

Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht einmal so gering, schließlich gibt es Zeiten, in denen man fast das Gefühl hat, die Studien erschienen mindestens im Wochenrhythmus. Ob es um die positive Wirkung von Kaffee bei Krankheiten geht, oder die Frage wie viele Tassen Kaffee am Tag eigentlich noch gesund sind? Immer wieder widmen sich Wissenschaftler diesen Fragen und weil wir alle Kaffee mögen, gelingt es ihnen nicht selten die Ergebnisse ihrer Forschung auch in den Mainstreammedien unterzubringen.

Auf den ersten Blick mag es also merkwürdig erscheinen, dass es in Sachen Kaffee ein Forschungsdefizit gibt. Auf dem Re:Co Symposium der internationalen Organisation Specialty Coffee Association (SCA) war dieses Defizit insofern auch diesmal wieder ein Thema, als das man das Symposium nutzte die Coffee Science Foundation (CSF) aus der Taufe zu heben. Die neue Organisation soll künftig in Kalifornien und in Großbritannien residieren, und sich der Erforschung des Kaffees widmen. Selbst den Laborkittel überziehen werden sich die Mitarbeiter der CSF allerdings nicht. Sie wollen vernetzen, koordinieren und kommunizieren, denn nicht nur nach Ansicht von Peter Giuliano, geschäftsführender Direktor der Coffee Science Foundation, liegt ein Problem der Kaffee-Forschung in ihrer Zersplitterung. Kaffee ist ein globales Produkt, und durchläuft zugleich eine Reihe von Handels- und Bearbeitungsstationen. Auf diese Weise entstehen viele kleine Forschungsinseln in mehreren Sprachen, die voneinander kaum etwas bis gar nichts mitbekommen.

Koordination & Kommunikation in der Kaffee-Forschung

Das Problem ist offensichtlich, es besteht die Gefahr, dass an manchen Stellen das Rad immer wieder neu erfunden wird. Entweder, weil mehrere Forscherteams am selben Thema arbeiten, ohne voneinander zu wissen, oder vor einem Problem stehen, das zu überwinden die Ergebnisse eines anderen Teams helfen könnte.

Aus dieser Problemstellung heraus rief die Specialty Coffee Association die Coffee Science Foundation ins Leben, legt aber Wert darauf, dass es sich bei der CSF offiziell um eine unabhängige Organisation handelt. Die Finanzierung soll über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sichergestellt werden.

Wobei die engen, auch personellen Verknüpfungen zwischen der Specialty Coffee Association und der Coffee Science Foundation natürlich gerade in der Anfangszeit besonders wertvoll sein dürften. Das weiß auch Peter Giuliano, der auch Chief Research Officer des SCA ist.


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