Die neue Profitec Pro 400 kann vor allem bei Einsteigern punkten, aber auch gestandene Baristi dürften ihre Freude an dem Siebträger haben.

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Die Espressoenthusiasten von Profitec bringen mit der Profitec Pro 400 einen neuen Siebträger an den Start, der nicht nur für Einsteiger in das Baristaverse interessant sein dürfte. Wir haben uns den voraussichtlich ab dem 10. Juni 2022 lieferbaren Siebträger einmal genauer angesehen.

Auf einen Blick: die technischen Daten

Siebträger-Bauart:Zwei-Kreiser-System
Pumpenart:Vibrationspumpe
Aufheizzeit:ca. 5 bis 10 Minuten
Brühgruppe:E61
PID-Steuerung:Nein
Wasseranschluss:2,8 Liter Wassertank
Ventilanschluss:Drehventile (mit auswechselbaren Scheiben)
Leistung:1400 Watt
Gewicht:21,5 kg
Maße (B x H x T):22,8 x 44,8 x 37,2 cm (ohne Filterhalter)
Technische Daten Profitec Pro 400

Das bietet die neue Profitec Pro 400

Profitec Pro 400 Siebträger
Die neue Pro 400 von Profitec.

Gerade wer sich privat mit der Anschaffung eines Siebträgers erstmals befasst, stolpert nicht selten über die auf den ersten Blick recht lang wirkende Aufheizzeit. Mit 10 bis 15 Minuten sollte je nach Siebträger schon gerechnet werden. In der Regel pendeln sich die meisten modernen Maschinen bei 10 Minuten ein. Doch so nötig und sinnvoll diese Aufheizphase nach dem Einschalten auch sein mag – 10 Minuten auf den ersten Espresso des Tages zu warten, erscheint gerade am Morgen doch unendlich lang. Mit dem Quick-Heatup-Mode halbiert die Profitec Pro 400 diesen Zeitraum auf nur noch fünf Minuten. Und damit hätten wir wahrscheinlich sogar den sprichwörtlich ersten Vorteil des neuen Profitec Siebträgers gefunden.

Heutzutage fast genauso wichtig wie das schnelle Aufheizen nach dem Einschalten, ist ein energiesparende Modus während des Betriebs über den Tag hinweg. Mit dem Eco Mode kann die Pro 400 auch in diesem Bereich punkten.

Temperaturmodus auf verwendete Kaffeebohnen anpassbar

Eines der Highlights für Baristi ist sicher die Möglichkeit zwischen drei Temperaturmodi zu wählen. Das gibt dem Barista mehr Spielraum die Temperatur auf die verwendeten Kaffeebohnen hin abzustimmen. Dunkel geröstete Espressobohnen kommen beispielsweise bei einer höheren Temperatur besser zur Geltung. Als Richtlinie gilt, während helle Arabicaröstungen von niedrigeren Temperaturen profitieren, entwickeln Robustabohnen eher bei höheren Temperaturen ihr Geschmacksspektrum besser.

Brühgruppe der Profitec Pro400
Die Profitec Pro400 setzt auf die bewährte E61 Brühgruppe.

Bewährtes: E61 Brühgruppe und wahlweise Prefusion

Die Pro 400 verfügt zudem über eine per Kippschalter zu- bzw. abschaltbare Prefusionstechnologie. Die Verwendung bzw. die Entscheidung gegen das sogenannte Vorbrühen hat ebenfalls große Auswirkung auf den späteren Geschmack des Espresso. Je nach Mahlgrad oder verwendeter Kaffeesorte hat der Barista auch mit der Prefusion einen weiteren wichtigen Einflussfaktor über den Geschmack des Espresso in der Hand.

Beim Brühvorgang selbst setzt Profitec wie bisher auch auf die bewährte E61-Technologie. Warum auch ein gut geöltes Rad neu erfinden? Dank der herstellerübergreifenden E61-Technologie ist zudem sichergestellt, dass dieses Kernelement eines Siebträgers nicht nur ausgereift ist, sondern auch jederzeit die notwendigen Ersatzteile greifbar sind. Außerdem sorgt die weite Verbreitung der E61 auch dafür, dass sich eine große Community gebildet hat, die beispielsweise in Foren bei Problemen mit Rat und Tat zur Verfügung steht.

Individuell anpassbare Disclets

Discletts in 4 Farben für die Profitec Pro 400
Profitec liefert Disclets (Ventilplättchen) in vier verschiedenen Farben mit.

Wenn die für die Zubereitung des Espresso notwendige Technologie die inneren Werte eines Siebträgers sind, steht das Design wohl für die äußeren Werte. Auf den ersten Blick überzeugt die Profitec Pro 400 mit der klassischen Optik eines Eine-Brühgruppen-Siebträgers. Die Optik orientiert sich dabei mehr an den Profitec Modellen Pro 500 und 600, als an der Pro 300 mit ihrem vorgelagerten oberen Bereich.  Und eine kleine Besonderheit hat sich Profitec auch hier noch ausgedacht. Die Ventilplättchen, Profitec bezeichnet sich als Disclets, sind austauschbar. Im Lieferumfang sind dabei blau, gelb, grün und rot enthalten. Sie sind leicht zu wechseln und geben dem neuen Besitzer so die Möglichkeit den Siebträger doch noch ein wenig zu individualisieren. Sicher nicht das Hauptverkaufsargument, wie wir finden, aber doch ein kleines überzeugendes Extra.

Umfangreiches Zubehör wird mitgeliefert

Wenn wir schon beim Thema Extras sind, Profitec stattet auch die Pro 400 mit einem umfangreichen Zubehörpaket aus. Neben Tamper (Edelstahl/58mm) befinden sich ein Filterträger mit einem Auslauf, sowie ein Filterträger mit Doppelauslauf im Lieferumfang. Auch bei den Siebeinsätzen ist alles für den sofortigen Start vorhanden: Blindsieb, sowie ein 7g- für einen Espresso, wie auch ein 14g-Sieb für zwei Tassen. Und damit nach dem Bezug auch alles von Kaffeeresten gereinigt werden kann, findet sich ein Reinigungspinsel ebenfalls im Paket.

Die Vor- und Nachteile der Profitec Pro 400 auf einen Blick

VorteileNachteile
Quick-Heatup-ModeKeine PID-Steuerung
E61-Brühgruppe
3 Temperaturmodi für Espressozubereitung
Zuschaltbare Preinfusion
Austauschbare Ventilplättchen/Disclets
Eco Mode
Vor- und Nachteile der Profitec Pro 400

An wen richtet sich die Profitec Pro 400

Dem Preis nach ist die Profitec Pro 400 wohl auch als Einsteigermodell gedacht, auch wenn der UVP zur Pro 500 nur um etwa 100 Euro differiert. Für die 100 Euro mehr bekommt der Barista bei der Pro 500 dafür auch eine PID-Steuerung, die bei der Profitec Pro 400 fehlt.  Das allerdings mit PID eine weitere bei Baristi beliebte Steuerungsmöglichkeit bei diesem Siebträger fehlt, fällt angesichts der bereits erwähnten Alternativen nicht weiter ins Gewicht. Da PID-Regler am Ende über die Brühtemperatur auf den Zubereitungsprozess Einfluss nehmen, sind sie durch die drei unterschiedlichen Temperaturmodi mehr oder weniger überflüssig geworden.

Unser Fazit

Eine gelungene Mischung aus neuen Elementen und altbewährten Technologien, so ließe sich die Profitec Pro 400 in einem Satz beschreiben. Die Ingenieure haben einen im Design der höheren Profitec-Serien (500er, 600er usw.) rund um die legendäre E61-Brühgruppe einen Siebträger konstruiert, der sich an Einsteiger und ungeduldige Espressofreunde richtet.


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