Honduras ist eines der ärmsten Länder seiner Region, doch der Kaffeeanbau sichert zahlreichen Familien ein Einkommen.

Honduras

Noch bis in die 1970er hinein war das Hauptexportprodukt des mittelamerikanischen Landes die Banane. In Spitzenzeiten machten Bananen sogar weit über 80% des gesamten Exports aus. Anbau und Export geschahen vorwiegend in Regie US-amerikanischer Agrarkonzerne, die vor allem in den zentralen Regionen von Honduras große Plantagen betrieben.

Kaffee war damals nur ein Randprodukt, obgleich viele die gute Bodenbeschaffenheit mancher Regionen bereits damals erkannt hatte. Darunter auch viele Kaffeebauern aus dem östlich gelegenen Nachbarland El Salvador, die ab den 1960er Jahren vermehrt ins Nachbarland einwanderten. Bald waren die Neuankömmlinge so zahlreich, dass es immer wieder zu Spannungen mit den Einheimischen kam. 1969 schließlich eskalierte die Situation …

Auslöser war weniger der Kaffee als der Fußball. Am 8. Juni 1969 trafen die Mannschaften aus El Salvador und Honduras zu einem Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr aufeinander. Das Spiel endete 1:0 für die Heimmannschaft, El Salvador hatte damit endgültig die Qualifikation verpasst. Schon kurz nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen, nicht nur am Spielort, sondern auch in jenen östlichen Regionen, in denen sich in den Jahren zuvor viele Kaffeebauern aus El Salvador angesiedelt hatten. Mit 300.000 El Salvadorianern bildeten sie dort inzwischen eine große Gruppe der Bevölkerung. Doch jetzt sollten sie auf Anweisung der Regierung innerhalb von 30 Tagen Honduras verlassen. Am 14. Juni eskalierte die Lage schließlich, zwischen El Salvador und Honduras brach ein kurzer, aber heftiger Krieg aus. Und auch danach kam es über Jahrzehnte zwischen den beiden Ländern immer wieder zu Spannungen.

Ideale Böden für den Kaffeeanbau

Der eigentliche Kaffeeboom setzte in Honduras erst einige Jahre nach diesem „Kaffeekrieg“ genannten Konflikt ein. Der Anbau von Bananen ging rapide zurück, als die honduranische Regierung den US-Agrarkonzernen den Export über ihre Häfen untersagte. Bis dahin war Honduras eine klassische Bananenrepublik gewesen, wie man Länder in Mittelamerika bezeichnete, in denen US-Konzerne riesige Anbauflächen an Bananen kontrollierten – und nicht selten den dazugehörigen Staat. Das änderte sich erst 1979. Von da an gewann auch der Kaffee sprichwörtlich an Boden.

Und der Kaffee fand ideale Bedingungen vor, da in vielen Regionen des Landes die Kombination aus nährstoffreichen Böden und einer für den Kaffeeanbau notwendigen Höhe gegeben sind. Das Gros der Anbaugebiete liegt zwischen 1.000 und 1.500 Metern, einige Kaffeeplantagen befinden sich aber auch auf bis zu 2.000 Metern.

Ideale Bedingungen für jenen hochwertigen mittelamerikanischen Hochlandkaffee, wie er sich gerade unter deutschen Kaffeeliebhabern großer Beliebtheit erfreut. Kein Wunder also, das Deutschland Hauptabnehmer für Kaffeebohnen aus Honduras ist.

Ein breitgefächertes Geschmacksspektrum

Mit ihren Unterarten Typica und Pacas dominiert klar die Arabica Kaffeebohne, dennoch ist der honduranische Kaffee für ein besonders breites Spektrum an Geschmäckern bekannt. Kaffeeröster finden hier sowohl Grundlagen für weiche, säurearme Kaffees, als auch vollmundige Sorten, die durchaus auch ein bisschen mehr an Säure aufweisen können. Generell finden sich besonders oft nussige, toffeeartige Geschmacksnoten unter den Kaffees aus Honduras.

Auch wenn es durchaus große Kaffeeplantagen im Land gibt, wird der meiste Kaffee im Land von Kleinbauern angebaut. Mehr als 100.000 Familien ernähren sich davon, in einem Land, das zu den ärmsten in der Region gehört. Dabei wäre das Potential zu einem großflächigerem Anbau durchaus vorhanden. Von den rund ein Drittel an für den Kaffeeanbau gut geeigneten Flächen, wird kaum die Hälfte wirklich genutzt.

Die vielen Kaffeefarmen tragen natürlich auch zu besagter Geschmacksvielfalt bei, lassen aber auf der anderen Seite auch große Qualitätsschwankungen zu. Auf der sicheren Seite ist man allerdings gerade bei kleineren Kaffeeröstereien, die ihren Kaffee aus Honduras manchmal sogar über Direct Trade beziehen. Hier sind die Kaffeefarmen persönlich ausgesucht und die Kaffeebohnen entsprechend hochwertig.


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