In unserem Rückblick auf die Kaffeeszene im letzten Monat geht es unteranderem um eine 1.000 Euro-Strafe in Italien und eine Milliardeninvestition in Saudi-Arabien.

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Saudi-Arabien investiert 1 Milliarde in seine Kaffeeindustrie

Obwohl Saudi-Arabien rein geographisch nicht weit von den Ursprüngen des Kaffees entfernt liegt, ist das Land heute eher weniger für seinen Kaffeeanbau bekannt. Das könnte sich jedoch bald ändern. Der einflussreiche staatlich kontrollierte Public Investment Fond (PIF) investiert seit einiger Zeit in den Ausbau der Nahrungsmittel- und Agrarbranche des Königreichs. Um den Kaffeeanbau im eigenen Land zu fördern, gründete der PIF kürzlich die Saudi Coffee Company. Mit einem Budget von über 1 Milliarde US-$ wollen die Saudis auf diese Weise in den kommenden Jahren den Kaffeeanbau im eigenen Land durch Knowhow entlang der gesamten Produktionskette fördern.

Lange stiefmütterlich behandelt nimmt die Bedeutung des Kaffees in Saudi-Arabien seit einigen Jahren wieder zu. Er wird heute in meist eher kleinen Kaffeefarmen in den südlichen Regionen Al Bahar, Aseer und vor allem Jazan angebaut und erreicht eine noch relativ geringe jährliche Produktionsmenge von 300 Tonnen. Eine Menge, die mit Hilfe der Saudi Coffee Company auf 2.500 Tonnen jährlich anwachsen soll. Allerdings wäre Saudi-Arabien auch in diesem Fall weiter ein Nettoimporteur von Kaffee, denn die eigene Ernte könnte nur fünf bis zehn Prozent des Bedarfs der Saudis abdecken. Und die Nachfrage nach Kaffee steigt seit Jahren stetig an.

1.000 Euro Strafe für einen 2 Euro-Espresso

Bis Kaffee im Wüstenstaat ähnlich beliebt ist wie in Italien, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern. Ihr Espresso ist den Italienern heilig, so heilig, dass Gesetze sogar seinen Verkauf und Preis regeln. Wer seinen Espresso an der Bar trinkt, profitiert von einem staatlich vorgeschriebenen Preis. Gäste an Tischen in einer Espressobar oder einem Restaurant müssen dagegen mit wesentlich höheren Preisen rechnen. Etwas mehr als einen Euro kostet der Espresso in Italien durchschnittlich. Ganze 2 Euro sollte Anfang des Monats ein Gast der traditionsreichen florentinischen Espressobar Ditta Artigianale zahlen – doch statt zu zahlen, rief der Mann die Polizei.

Am Ende musste der Besitzer der Kaffeebar 1.000 Euro Strafe zahlen, weil er den Preis für den Espresso zwar digital veröffentlicht hatte, dieser aber nicht für Besucher an den klassischen Preisauszeichnungen ersichtlich war. Die Strafe akzeptierte der Besitzer, verteidigte gegenüber dem Nachrichtensender Euro News allerdings den Preis mit Hinweis darauf, dass er durch diesen auch Kaffeefarmer am anderen Ende der Produktionskette am Erlös profitieren lassen könne.

Angebot des Monats: Marese Knockbox Sonderedition

Auf den ersten Blick scheint sich diese Sonderedition unserer runden Marese Knockbox von ihrer Standardversion nicht zu unterscheiden. Doch wie so oft entscheiden auch hier die Details. Mit ihren größeren Abmessungen ist diese Knockbox die ideale Wahl für Baristi, die auch schon mal ein bisschen mehr Kaffee zubereiten. Die Abschlagbox ist aus stabilen Aluminium gefertigt, mit einem Bodenschutz aus Filz ausgestattet und wird inklusive eines gummi-ummantelten Abklopfstabs geliefert. Und das alles zu einem einmaligen Preis von 9,99 Euro (solange der Vorrat reicht).

Australier lieben Hafermilch

Ärger wegen ihrer Preispolitik hatte vor Kurzem auch die Kaffeekette Starbucks. Aktivisten kritisierten das Unternehmen dafür, das es auf vegane Milchalternativen einen Aufpreis verlangt. Mandel-, Reis- oder Sojamilch erfreuen sich weltweit einer immer größeren Beliebtheit, und werden auch hierzulande in immer mehr Cafés angeboten. In Australien könnten Milchalternativen klassische Kuhmilch bei Kaffeespezialitäten vielleicht bald sogar von Platz 1 verdrängen, das berichtet das australische Fernsehen ABC. Zumindest auswärts könnten Milchalternativen bald in mehr als der Hälfte der Kaffeespezialitäten landen. Besonders beliebt ist am anderen Ende der Welt die Hafermilch. Die Landwirtschaft des Landes trägt dem bereits Rechnung und baut gerade massiv den Anbau von Hafer aus.

Aktuelle Studien: Kaffee und die Herzgesundheit

Das Herz steht im Mittelpunkt vieler Studien, die sich mit den Auswirkungen von Kaffee auf die menschliche Gesundheit beschäftigen. Die Webseite Daily Coffee News veröffentlichte jetzt die Ergebnisse drei weiterer Studien, die alle auf den Gesundheitsdaten der britischen UK Biobank beruhen. Demnach senken zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag das Risiko einer Herzerkrankung um 10 bis 15%. Eine weitere Senkung des Risikos bei mehr als drei Tassen täglich konnten die Wissenschaftler aus den Daten der über 380.000 Studienteilnehmer allerdings nicht herauslesen. Und auch eine Tasse täglich scheint eher keinen, statt zumindest einen geringeren Effekt zu haben. Eine zweite Studie untersuchte hingegen rund 34.000 Menschen, die in irgendeiner Form an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung litten. Ziel der Forscher war es die Auswirkungen eines durchschnittlichen Kaffeekonsums bei den Erkrankten zu untersuchen. Die Forscher räumten unter anderem mit dem Missverständnis auf, Kaffee könne zu Herzrhythmusstörungen führen. Eine dritte Studie nahm unter die Lupe, welcher Kaffeetyp (Bohnenkaffee, Instantkaffee, Kaffee mit Koffein und entkoffeinierter Kaffee) die besten Auswirkungen auf die Herz-Kreislaufgesundheit hatten. Zwar lag bei den positiven Auswirkungen der koffeinhaltige Kaffee vorn, allerdings nicht so deutlich, als dass die Wissenschaftler einen wirklich signifikanten Vorteil zum entkoffeinierten Kaffee feststellen konnten.