2008 wurde der 17. Januar zum Tag der italienischen Küche erklärt. Ein Feiertag, wie wir finden.

Was wäre Italien ohne Pasta, Pizza und Espresso? Wahrscheinlich nur halb so schön, immer noch eine Reise wert, aber es würde doch etwas fehlen. Die italienische Küche gehört zu jenen typischen Landesküchen, die weltweit Beachtung finden. Einen Italiener finden Sie in jeder größeren Stadt. Und vielleicht hat auch jeder, der gerne auswärts isst, sogar seinen eigenen Lieblingsitaliener.

Seien es nun Spaghetti oder doch die Pizza, italienisches Essen gilt als Wohlfühlessen, und der Espresso danach, gibt dem Ganzen den letzten Schliff. Kein Wunder also, das es in der langen Liste der mal mehr offiziellen, mal mal weniger offiziellen Gedenktage auch einen Tag der italienischen Küche gibt.

Seit 2008 wird der Tag der italienischen Küche an jedem 17. Januar begangen, und wir haben diesen kulturell-kulinarischen Gedenktag einmal zum Anlass genommen einen kleinen Streifzug in die traditionelle italienische Küche zu unternehmen.

Espressi variieren je nach italienischer Region

Wobei wie bei so vielen „Landesküchen“ gilt, dass es die EINE italienische Küche nicht gibt. In Südtirol gibt es andere Spezialitäten als in Sizilien. In Rom legt man auf andere Leckereien Wert als in Mailand. Als Espressoliebhaber wissen wir zum Beispiel, dass die Espressoröstungen sogar dunkler werden, je weiter südlich man in Italien reist und auch der Robustaanteil steigt.

Aber natürlich gibt es Sie dann doch, die Gemeinsamkeiten einer landestypischen Küche, auf die sich alle Italiener irgendwie einigen können.

Da wären zum Beispiel die Uhrzeiten, die für deutsche Touristen manchmal gewöhnungsbedürftig sein können. Der Italiener frühstückt eher spät und auch nicht gerade reichlich. Ein caffé und ein cornetto, ein oft süß gefülltes Hörnchen, macht den Start in den Tag schon perfekt. Der Italienkenner weiß natürlich, dass caffé keinesfalls mit „Kaffee“ übersetzt werden sollte. Unter caffè versteht der Italiener versteht der Italiener vielmehr einen klassischen Espresso.

Gerne wird zum Frühstück aber auch ein Cappuccino getrunken. Um diese Uhrzeit ist das schließlich noch erlaubt, während eine Cappuccinobestellung nach 11 Uhr das ein oder andere Kopfschütteln erzeugen wird. Warum die Italiener nach 11 Uhr keinen Cappuccino mehr trinken, darüber streiten die Experten. Es gibt sogar die Theorie, der Anteil der Laktoseintoleranten würde bei den Italienern besonders hoch liegen, weshalb man zwar auf den Genuss des Cappuccinos nicht verzichten, aber dem Körper mehr Zeit geben wollte mit der eigentlich unverträglichen Milch fertig zu werden. Aber so genau das eigentlich weiß niemand. Bestellen Sie einfach keinen Cappuccino nach 11 Uhr.

Das späte Frühstück zieht naheliegender Weise ein spätes Mittagessen nach sich. Es findet zwischen 13:00 und 14:30 Uhr statt. Il pranzo hat tatsächlich ein wenig Ähnlichkeiten mit unserem typischen warmen Mittagessen, besteht aber nicht wie unsere Hauptmahlzeit aus drei Gängen, sondern meist nur zwei. Viel wichtiger ist dem Italiener ohnehin die Geselligkeit beim Essen und niemand käme auf die Idee das Mittagessen sofort zu beenden, nur weil alle fertig gegessen haben.

Die Spaghetti sind nur die eine Hälfte

Spaghetti gehören zum typisch italienischen Lebensgefühl
Spaghetti gehören zum typisch italienischen Lebensgefühl

La Cena, das Abendessen, hat mit dem traditionellen deutschen Abendbrot hingegen wenig zu tun. Allein schon, weil kein Italiener auf die Idee käme um 18 Uhr zu Abend zu essen. Wer um diese Zeit bereits Hunger hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Und zwar noch zwei, drei Stunden. Dafür wird er aber reichlich belohnt werden.

Denn soll das Abendessen als wirklich italienisch gelten, besteht es aus vier Gängen. Begonnen wird mit den Antipasti, die auch wir vom Italiener um die Ecke kennen. Dann folgt die primo piatto, die eigentliche Vorspeise meist in Form eines Pastagerichtes oder Risottos. Auch diverse Suppen und Salate zählen noch zum ersten Gang. Das auch bei uns beliebte Caprese, also ein Salat aus Mozzarella, Basilikum und Tomaten, zählt allerdings zu den Antipasti.

Ob es eher ein Pastagericht oder doch ein Risotto gibt, kann ähnlich wie bei der Zusammensetzung der Espressoröstung auch von geographischen Aspekten abhängen. Risotto ist typisch norditalienisch, wobei alles nördlich Roms als Norditalien gilt. Kein Wunder, denn dort wird auch der Hauptteil des heimischen Reis angebaut. Im trockenen Süden ist an den wasserintensiven Reisanbau nicht zu denken, deshalb ist das Risotto hier nicht ganz so weit verbreitet. Und noch ein paar Tipps zum Thema Pasta: Während es beim Risotto kaum kulturelle Untiefen zu umschiffen gilt, sollte der Tourist in Fragen Spaghetti zwei Dinge beachten: 1. Den in Deutschland üblicherweise zu Hilfe genommenen Löffel, gibt es in Italien nicht. 2. Sie sollten niemals auf die Idee kommen die Spaghetti mit dem Messer klein zuschneiden.

Von gefüllten Schweinefüßen und Seeigeln

Während wir nach den Spaghetti zum Nachtisch übergehen würden, steht für den Italiener die secondo piatto auf dem Speiseplan. Jetzt gibt es statt Pasta und Risotto ein Fleisch- oder Fischgericht. Klassiker sind das bekannte Ossobuco (geschmorte Kalbshaxenscheiben) oder das Bistecca alla fiorentina. Und wer sich traut, sollte vielleicht einmal Zamponi probieren, gefüllte Schweinsfüße. An der Küste wiederrum empfiehlt sich natürlich auch ein Griff zu den italienischen Fischspezialitäten. Grancevola alla Veneziana zum Beispiel, eine Spezialität mit Seespinnen aus Venetien, sind sehr zu empfehlen.  Oder wer es klassischer mag kann Nasello al forno probieren, gebackenen Seehecht.

Im Anschluss steht dann natürlich auch hier ein kleines Dessert auf dem Speiseplan. Bei uns bekannt ist vor allem die Tiramisu, beliebt in Italien ist allerdings auch die Pane Cotta oder ein Uovo sbattuto, ein mit Zucker und Espresso verrührtes Eigelb. Das Uovo sbattuto bietet sich natürlich auch als perfekter Übergang zum Espresso nach dem Essen an.

Eine Frage bleibt jetzt allerdings noch: Wie sieht es mit Pizza aus?

Pizzen gibt es heute in vielen Varianten
Pizzen gibt es heute in vielen Varianten

Pizza nimmt bei einem italienischen Menü tatsächlich eine kleine Sonderrolle ein, da sie für einen der beiden Hauptgänge schlicht zu viel des Guten wäre, ersetzt sie als piatto unico oft beide Gänge.

Neben bekannten Pastagerichten wie Spaghetti, Tortellini oder Lasagne, ist die Pizza sicher der bekannteste Export aus der italienischen Küche. Allerdings nimmt die Pizza auch hier eine kleine Sonderrolle ein, da sie über Umwege die Welt eroberte. Die ersten Pizzen gab es vor allem in Süditalien bereits im 18. Jahrhundert, 1889 wurde die Pizza Margherita in den italienischen Nationalfarben kreiert – benannt nach der damaligen italienischen Königin. Italienische Auswanderer nahmen die Pizza mit in die USA, wo sie einen kulinarischen Siegeszug antrat und schließlich nach dem 2. Weltkrieg wieder nach Europa kam. Die erste italienische Pizzeria in Deutschland wurde übrigens hier in Würzburg gegründet, wo auch KaffeeTechnik Seubert seinen Hauptsitz hat. 1952 holte Nicolini di Camillo zuerst für die hier stationierten US-Soldaten die Pizza aus dem Ofen, begeisterte aber auch schnell die Deutschen. Seit dem dürfte die Pizza aus der Liste der Lieblingsspeisen der Deutschen nicht mehr wegzudenken sein.

Und auch de Espresso erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Der meiste Kaffee wird hierzulande zwar noch mit der typisch deutschen Filtermaschine zubereitet, die für echten Espresso notwendigen Siebträger werden allerdings auch bei uns immer beliebter. Und nicht zuletzt kann sich inzwischen auch der ein oder andere High-End-Kaffeevollautomaten rühmen, einen ganz ordentlichen Espresso zustand zu bringen.

Einen leckeren Espresso, oder vielleicht auch zwei, wünschen wir Ihnen zum Tag des italienischen Essens auf jeden Fall. Und ganz egal ob Sie sich heute ein Caprese gönnen, einen Teller Spaghetti Bolognese oder eine große Pizza gönnen. Buon appetito!


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