Der entscheidende Vorgang bei der Kaffeezubereitung ist die Röstung. Doch Rösten ist nicht gleich Rösten, Kaffeekenner unterscheiden eine Anzahl von Röstgraden.

Die einzelnen Röstgrade sagen auch viel über den Geschmack des Kaffees aus. Prinzipiell lässt sich etwas sagen, das der Kaffee bitterer schmeckt, je dunkler die Bohne geröstet wurde. Dagegen haben heller geröstete Bohnen mehr Feuchtigkeit und der fruchtige Charakter des Kaffees bleibt stärker erhalten. In Nordeuropa etwa bevorzugen die Kaffeetrinker oft eine solch hell geröstete Kaffeevariante. Während in unseren Breitengraden der Kaffee manchmal besonders lange geröstet wird. Dadurch erhält er einen leicht verbrannten, bitteren Geschmack. Irrigerweise halten viele Kaffeetrinker das sogar für ein Zeichen, dass der Kaffee besonders stark ist. Das ist aber natürlich nicht der Fall.

Was die unterschiedlichen Röstgrade der Kaffeebohnen angeht, unterscheidet man zwischen zehn Stufen. Von hell nach dunkel geröstet.

  • Light Cinnamon: Hier haben die Bohnen noch ein helles Braun, das sich bereits vor dem ersten Knacken in der Röstrommel zu bilden beginnt.
  • Cinnamon: In diesem Fall ist das erste Knacken in der Rösttrommel bereits zu hören, die Kaffeebohnen haben aber nach wie vor einen hellen Braunton.
  • New England: Die hellbraune Farbtönung geht langsam in ein dunkleres Braun über, das ist der Fall, wenn das Knacken in der Trommel seinem Höhepunkt entgegengeht.
  • American: Diese einen Tick dunklere Brauntönung nehmen die Bohnen an, sobald das erste Knacken zu Ende ist.
  • City: Kaffeebohnen, die noch darüber hinaus geröstet werden, werden dem Röstgrad City zugeordnet.
  • Full City: Dieser Röstungsgrad tritt auf, ehe das zweit Knacken der Kaffeebohnen in der Rösttrommel beginnt. Die Bohnen sind nun deutlich dunkler und auf ihrer Außenhaut bilden sich kleine Öltröpfchen.
  • Vienesse: Beginnt das zweite Knacken der Kaffeebohnen in der Trommel, nimmt die Anzahl der Öltröpfchen zu und die Farbe der Bohnen geht endgültig in ein Dunkelbraun über.
  • French: Geht auch das zweite Knacken zu Ende, sind die Bohnen noch etwas dunkler geworden. Dieser Eindruck verstärkt sich dadurch, dass der Ölfilm die Außenhaut glänzen lässt.
  • Italian: Die Kaffeebohne weist jetzt ein sattes Dunkelbraun auf, das Öl lässt sie noch immer glänzen.
  • Neapolitan (auch: Spanish): Ist die Kaffeebohne schwarz, statt braun, ist der letzte Röstgrad erreicht. Die Außenhaut wirkt jetzt auch deutlich matter.

   

Die Röstgrade dienen auch als Hilfe für Röster oder Röstereien, die noch auf der Suche nach ihrem richtigen Röstprofil für bestimmte Kaffeebohnen sind. Oft spiegeln sich hier auch die Trends der Branche wieder. Im Rahmen der Third Wave Coffee-Bewegung rösten viele Anbieter ihren Kaffee relativ kurz. Die Bohne behält also ihre helle Farbe und vor allem ihren fruchtigen Geschmack. Nichts spricht jedoch dagegen die gesamte Skala zu nutzen, denn auch Kaffees die bitterer schmecken haben ihre Anhänger.


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