Wir verraten Ihnen 10 Dinge, die Sie schon immer über Espresso wissen wollten.

Inhaltsverzeichnis

Frage 1: Was ist eigentlich ein Espresso?

Für viele ist ein Espresso einfach ein starker, konzentrierter Kaffee, weil er mit weniger Wasser zubereitet wird als ein gewöhnlicher Kaffee. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn es kommt auch auf die Art der Zubereitung an bzw. auf die Höhe des Drucks, mit der die Maschine das Wasser durch das Kaffeepulver presst. 9bar müssen es mindestens sein! Deshalb gelten strenggenommen auch nur mit einem Siebträger zubereitete Espressi als echte Espressi.

Frage 2: Gibt es spezielle Espressoröstungen?

Ja, gibt es. Zwar lässt sich mit so gut wie jeder Kaffeeröstung auch ein Espresso zubereiten, gute Röstereien bieten jedoch spezielle Espressoröstungen. Sie sind optisch meist recht gut von gewöhnlichen Kaffeeröstungen unterscheidbar, da sie tendenziell länger geröstet werden und die Kaffeebohnen damit dunkler, fast schwarz sind.

Frage 3: Wann wurde der Espresso erfunden?

Über die Frage wer den Espresso erfunden hat, besteht kein Zweifel: die Italiener. Über den Zeitpunkt wird in der Szene allerdings diskutiert. Die erste Espressomaschine wurde wohl 1884 von Angelo Moriondo auf der Weltausstellung in New Orleans vorgestellt. Dem Turiner gelang es allerdings nie seine Erfindung zur Marktreife zu bringen. Den entscheidenden Schritt macht 1903 wohl Luigi Bezerra, der eine Weiterentwicklung von Moriondos Erfindung als Patent anmeldete. Kurz darauf tat sich Bezerra, dem die finanziellen Mittel fehlen, mit Desiderio Pavoni zusammen. 1906 präsentierten sie ihre Espressomaschine auf einer internationalen Messe in Mailand, die heute als die Geburtsstunde des Espresso gilt. Und die Namen Bezzera und Pavoni kennt heute auch noch jeder Espressoliebhaber.

Frage 4: Hat Espresso mehr Koffein als Kaffee?

Das kommt darauf an. Ein Espresso zeichnet sich unteranderem dadurch aus, dass weniger Wasser verwendet wird als bei einem Café Crema oder auch einem Filterkaffee. Das in der Espressotasse vorhandene Koffein kann also mit einer kleineren Menge Flüssigkeit aufgenommen werden. Der Koffeingehalt ist aber an sich abhängig von den verwendeten Kaffeebohnen und dem Röstverfahren. Da Espressoröstungen traditionell einen hohen Robusta-Anteil haben und länger geröstet werden ist der Koffeingehalt tendenziell sogar oft etwas geringer als im Durchschnitt. Denn zum einen enthalten viele Robusta-Sorten weniger Koffein als Arabica-Kaffees, zum anderen sinkt der Koffeingehalt je länger die Bohnen geröstet werden.

Frage 5: Ist Espresso aus der Espressokanne ein echter Espresso?

Bialetti, Mokkakanne
Arbeitet auch mit Druck, bereitet aber keinen Espresso zu.

Nein, auch wenn die Espresso-/Mokkakannen (auch als Bialetti bezeichnet) das Wasser ebenfalls mit messbaren Druck durch das Kaffeepulver pressen, bleibt der entstehende Druck unter 9bar. Und damit ist der so zubereitete Kaffee kein echter Espresso.

Frage 6: Woran erkenne ich eine gute Crema?

Die Crema bildet eine schützende Schicht auf dem Espresso und trägt viel zu dessen Aromaprofil bei. Sie besteht aus kleinen Bläschen, die durch den Druck entstehen, mit der das Wasser durch das Kaffeepulver gepresst werden. Obwohl die Crema als Krönung des Espresso gilt, schmeckt sie für sich genommen vielen Espressotrinkern eine Spur zu bitter. Die einfachste Möglichkeit ihre Qualität zu testen, ist sie leicht mit dem hinteren Ende eines Espressolöffels anzuritzen und zu beobachten, wie sich die kleine Spalte wieder schließt. Je schneller, desto besser die Konsistenz der Crema.

Frage 7: Warum heißt der Espresso eigentlich Espresso?

Der Espresso ist vor allem in Südeuropa die dominierende Zubereitungsvariante. Und auch wenn sich unsere Bezeichnung „Espresso“ aus dem italienischen Wort „esprimere“ für „(durch-)drücken“ ableitet, würde in Italien nie jemand „un espresso“ bestellen. Dort heißt es einfach „un caffè“, auch in Frankreich oder Spanien bezeichnet man einen Espresso mit dem Begriff „café“.

Espresso mit Crema von oben
Die Crema ist ein deutlich sichtbares Qualitätsmerkmal des Espressos.

Frage 8: Darf ein Espresso mit Wasser gestreckt werden?

Ja, allerdings ist er dann halt kein Espresso mehr, sondern ein Café Americano. Angeblich wurde diese Kaffeespezialität erfunden, weil amerikanischen GI’s der Espresso zu intensiv war und sie deshalb Wasser dazugaben.

Frage 9: Was verbirgt sich hinter dem Kürzel E61?

Die E61-Brühgruppe wurde 1961 von Ernesto Valente für das Unternehmen Faema entwickelt. Das E steht dabei allerdings nicht für den Vornamen des Erfinders, sondern bezieht sich auf eine 1961 beobachtbare Sonneneclipse (eine Sonnenfinsternis). Die Technologie der Brühgruppe überzeugte auch die Konkurrenz, so dass die E61 heute bei vielen anderen Herstellern ebenfalls verbaut wird.

Frage 10: Welche Parameter gibt es bei der Espressozubereitung?

Eigentlich ist es ganz einfach: Für einen Espresso werden 7g Espressopulver benötigt, durch das mit 9bar ca. 25 bis 30 Sekunden Wasser hindurchgepresst wird. Am Ende entsteht so ein Espresso mit 25ml. Wer sich allerdings erst einmal in die Welt der Siebträger hineinziehen hat lassen, wird wissen, dass es neben diesen einfachen Grundregel schier unendliche viele Parameter gibt, die für den perfekten Espresso bedacht werden müssen.


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