Gerade dem beliebten Arabica-Kaffee macht der Klimawandel zu schaffen, doch eine fast vergessene Sorte könnte ihn ersetzen.

Der Klimawandel macht auch Kaffeebranche und Kaffeeliebhaber weltweit Sorgen. Denn obwohl alle nennenswerten Anbaugebiete im sogenannten Kaffeegürtel rund um den Äquator liegen, man also annehmen könnte Kaffeepflanzen kämen mit steigender Wärme und Hitze einigermaßen zurecht, könnte der Klimawandel auch den Kaffeemarkt massiv beeinflussen.

Gerade die Coffea arabica, landläufig Arabica-Kaffee genannt, wird Experten zufolge stark betroffen sein. Neben dem Klimawandel machen ihr zusätzlich noch die immer geringer werdende Zahl natürlicher Bestäuber, sowie die Verbreitung von schädlichen Kaffeepilzen schwer zu schaffen. Bis 2050 könnte, so manche Experten weiter, die Ernte um gut die Hälfte einbrechen. Für zentral- und südamerikanische Länder wird sogar ein Rückgang von über 85% vorhergesagt. Gerade zentralamerikanische Staaten wie Guatemala oder Honduras, aber auch das südlich davon gelegene Kaffeeland schlechthin, Kolumbien, setzen heute praktisch allein auf den Anbau des als hochwertiger geltenden Arabica-Kaffees.

Ist es bald mit der Dominanz von Arabica-Kaffee vorbei?

Rund 60% der weltweit angebauten Kaffeepflanzen gehören zur Arabica-Familie, etwas mehr als 30% sind Robusta-Kaffeebohnen. Letztere gelten aufgrund ihrer vergleichsweisen Anspruchslosigkeit als besser gegen den Klimawandel gewappnet, sind jedoch bei Kaffeetrinkern weit weniger beliebt. Robusta-Kaffeebohnen werden zwar auch in guter Qualität angebaut. Sie dienen aber in der Regel der Abrundung von Arabica-Mischungen und sind aufgrund ihres höheren Koffeingehalts vor allem in Espressoröstungen beliebt. Allerdings scheiden Robusta-Kaffeebohnen wohl auch schon allein wegen des Geschmackunterschieds zur Arabica als 1:1-Ersatz aus.

Bis in die 1920er in Westafrika beliebte Kaffeesorte

Doch es gibt Hoffnung in Form der Coffea stenophylla.

Britische Wissenschaftler haben sich vor Kurzem diese Kaffeesorte in ihrem natürlichen Anbaugebiet in Äthiopien genauer angesehen. Obwohl sich ihre fast schwarzen Kirschen von den roten Arabica-Kaffeekirschen optisch stark unterscheiden, kommt ihre Geschmack der beliebten Kaffeevariante doch recht nahe. Und tatsächlich scheint Stenophylla weit besser mit dem drohenden Temperaturanstieg zurechtzukommen, als die Arabica-Pflanzen.

Neuentdeckt wurde die Coffea stenophylla allerdings nicht, besonders in Westafrika war sie lange als kultivierte Kaffeepflanz beliebt. Sie kam neben Hitze und Trockenheit auch gut mit Kaffeepilzen zurecht. Ab den 1920ern gab man ihren Anbau aber weitestgehend auf. Sie gedieh nur noch wild und war bis zu ihrer Wiederentdeckung vor wenigen Jahren fast schon vergessen.


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