Kaffee bleibt auch in Krisenzeiten das beliebteste Getränk in Deutschland. Der Konsum stieg zuletzt sogar noch an.

Die Coronapandemie dürfte einige liebgewordenen Gewohnheiten hierzulande verändert haben. Lockdowns reduzierten bzw. virtualisierten Kontakte und Kommunikation untereinander, selbst das in Deutschland bis dahin eher stiefmütterlich behandelte Home-Office hielt vielerorts Einzug. Und statt eines Händeschüttelns beließ man es bei einer Andeutung oder tippte wahlweise Ellenbögen oder Füße aneinander.

Mit der Aufhebung vieler Coronaregeln und dem Sinken der Inzidenzzahlen beginnt sich gerade in diesen Tagen vielerorts zu zeigen, wie nachhaltig diese Veränderungen wirklich sind. Doch während nicht wenige Einzelhändler noch darum bangen, wie viele ihrer Kunden dem Online-Shopping wieder abschwören werden, sieht die Kaffeebranche insgesamt relativ gelassen auf die Zukunft. Zwar musste man auch hier einen Einbruch im sogenannten „Out-of-home“-Geschäft verzeichnen, also dem Kaffeekonsum in Gastronomie oder dem Griff zum Coffee-to-go-Becher, dafür stieg der Kaffeekonsum in den eigenen vier Wänden – wohl als eine der Auswirkungen des Home-Office.

Im Schnitt ein Liter mehr Kaffee

Insgesamt hatte der Deutsche Kaffeeverband in diesem Monat also eine gute Nachricht zu verkünden. Der Kaffeekonsum der Deutschen ist nicht nur stabil geblieben, er steigt sogar weiter an. Mit 0,4% fiel die Wachstumsrate 2021 im Vergleich zum ersten Coronajahr, mit einem Wachstum von 1,5%, zwar geringer aus, die Entwicklung war im letzten Jahr allerdings weiterhin positiv. Das liegt auch daran, dass zumindest statistisch jeder Deutsche 2021 einen Liter mehr Kaffee getrunken hat als im Vorjahr. Auf 169 Liter im Jahr stieg der durchschnittliche Jahreskonsum hiesiger Kaffeetrinker. Nicht alle Branchenkenner sehen darin aber einen anhaltenden Trend. Vor allem die auch bei Kaffee erfolgten Preiserhöhungen könnten die Kaffeelust der Deutschen doch spürbar dämpfen. Große Kaffeeanbieter wie Tchibo erhöhten etwa dieses Frühjahr zum zweiten Mal in Folge ihre Preise und reagieren damit auf steigende Beschaffungskosten. Letztere stiegen nicht nur aufgrund der Coronapandemie und damit zusammenhängende Engpässe in der Lieferkette. So führten Wetterkapriolen in Brasilien, dem größten Kaffeeexporteur weltweit, zu spürbaren Ernteeinbrüchen.


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