+ + + Welcher Espresso ist der Beste im Jahr 2022? Wir haben vier heiße Kandidaten unter die Lupe genommen. + + +

Test-Überblick:

Wir haben unsere Kaffeeexperten auf diese Frage angesetzt, und sie vier Espressoröstungen auswählen lassen, von dem sicher jeder für sich zu empfehlen ist. Doch welcher Espresso ist jetzt wirklich der Beste?

Kandidat Nr. 1: Mee Kaffee Espresso

Der Espresso der Familienrösterei Mee Kaffee in Bad Neustadt an der Saale überzeugt schon in der Nase mit einem zarten Duft nach gebrannten Mandeln, Karamell und Amaretti. Im Mund kommen spürbare Röstaromen hinzu, die das Geschmackprofil abrunden und den Espresso seine typisch italienische Note geben. Seine Intensität schmeckt nicht nur pur, sondern lässt ihn auch zu einer guten Grundlage diverser Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato werden.

Für die Qualität des Mee Kaffee Espresso bürgen die Arabicakaffeebohnen, aus denen dieser Espresso zu 100% besteht – ausgewählt aus den besten Anbaugebieten in Südamerika und Afrika. Beigetragen haben zu der Röstung sowohl Kaffeebauern aus Ländern wie Honduras oder Kolumbien, die sich auf den Anbau von Arabica spezialisiert haben, als auch Könner aus dem Kaffeeland Nr. 1 Brasilien und aufstrebende Kaffeenationen wie das zentralafrikanische Uganda.

Kandidat Nr. 2: Hagen Espresso Fantastico

Im Kaffeehaus Hagen blickt man stolz auf eine fast 100jährige Geschichte zurück – das Rösten deutschlandweit beliebter Mischungen inklusive. Der Hagen Espresso Fantastico zeichnet sich als eine intensive und aromatische Espressokreation aus. Im Geschmack ein wenig nussig, und auch Würze kann dabei durchdringen. Dafür sorgen die ausgewählten Kaffeeröstungen aus Süd-, Mittelamerika und Asien.

Während die Arabicaanteile aus dem traditionell im Anbau von Arabica erfolgreichen südamerikanischen Anbaugebieten stammen, setzen die aufstrebenden Südostasiaten auf Robusta. Kaffeenationen wie Vietnam, inzwischen nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeeexporteur, setzen auf die im Wortsinne robustere Kaffeesorte. Gleichzeitig wurde in den letzten Jahrzehnten aber die Qualität des Robustakaffees derart optimiert, dass das Klischee des qualitativ schlechteren Kaffees längst widerlegt ist.

Kandidat Nr. 3: Marese Espresso Traditionale

Im Mutterland des Espresso, in Italien, gehört ein gewisser Anteil von Robustakaffee in jede Espressoröstung. Innerhalb Italiens lässt sich der Anteil an Robusta sogar geografisch fassen. Denn je weiter südlich der Espresso zubereitet wird, desto höher ist der Robustaanteil.

Im Falle des Marese Espresso Traditionale beträgt er 45%, eine fast ausgeglichene Mischung also, bei der dennoch die Arabicabohnen für ein süßes Aroma mit weicher Note sorgen. Das fast ausgewogene Verhältnis spiegelt sich auch in der Espressotasse wider. Der Traditionale ist ein kräftiger Espresso, überzeugt aber durch seine sorgfältig geröstete Ausgewogenheit.

Dafür sorgen Kaffeebohnen aus so unterschiedlichen Anbaugebieten wie Indien oder Vietnam in Asien, Uganda in Afrika und Brasilien, Honduras und Kolumbien in Amerika.

Kandidat Nr. 4: Mäder Kaffee: Espresso Italy

Auch die Schweizer sind eine große Nation an Kaffeeliebhabern, der Name Mäder ist dafür seit Jahren ein Garant. Bei der Arabica-Robusta-Mischung rundet der Robustaanteil recht gelungen den mehrheitlichen Arabicaanteil ab, und erzeugen somit ein äußerst harmonisches Aroma für den Espresso Italy.

Geröstet wird der Espresso Italy übrigens nicht, wie der Namen vermuten ließe, in Italien. Aber immerhin im Schweizer Kanton Tessin, in der italienischsprachigen Schweiz. So verbindet Mäder hier auf äußerst wohlschmeckende Art und Weise italienische Kaffeekunst mit Schweizer Röstkultur.

Der Vergleich

Test Espressobohnen 2022
Die vier Kandidaten im Überblick

Die Intensität

Mee Kaffee und Hagen setzen bei ihren Espressi auf einen intensiven Geschmack, der sich bereits olfaktorisch Sekundenbruchteile nach der Zubereitung bemerkbar macht und seinen Weg auch in die Tasse findet. Ein Spur zurück nimmt sich dabei der Espresso Traditionale, ohne dabei aber auf die Vorteile eines intensiven Aromas zu verzichten. Der Mäder Espresso Italy ist dagegen etwas für jene Geschmäcker, die weniger Intensität schätzen.

Der Säureanteil

In der Regel ist der Säureanteil bei Espressoröstungen geringer als beispielsweise bei Bohnen für klassischen Filterkaffee. Das liegt unter anderem an der längeren Röstdauer, bei der sich schlicht ein paar Säuren mehr verflüchtigen als bei kürzer gerösteten Bohnen. Dennoch gibt es auch hier bei unseren Kandidaten deutliche Unterschiede. Säurebetont ist vor allem der Hagen Espresso Fantastico, während der Marese Espresso Traditionale am anderen Ende der Skala auch für besonders säureempfindliche Espressotrinker geeignet ist.

Kaffee in der Rösttrommel
Espressobohnen werden länger als andere Kaffeebohnen geröstet

Der Röstgrad

Um Kaffeeröstungen von Espressoröstungen zu unterscheiden, genügt oft schon der Blick von außen. Typische Espressoröstungen benötigen mehr Zeit im Röster als Kaffeeröstungen, das hat nicht nur Auswirkungen auf ihren Geschmack und Säureanteil, sondern auch auf ihre Färbung. Sie weisen eine besonders dunkle Farbe auf. In dieser Hinsicht nehmen sich die Kandidaten nicht viel, sondern erweisen sich als das, was sie auch sind: Espressobohnen

Der Gewinner

Ja, die Geschmäcker sind durchaus verschieden. Und so kann, je nach persönlichem Geschmack, auch jeder seinen persönlichen Favoriten auswählen. Gerade wer seinen Espresso mild mag, sollte zum Mäder Espresso Italy greifen. Freunde von Intensität und einer prägenden Säure sind hingegen mit dem Espresso Fantastico von Hagen recht gut bedient. Der Espresso von Mee Kaffee sticht durch seine Basis aus 100% hochwertiger Arabicabohnen hervor, und hat zudem noch den Vorteil nicht allein auf die Zubereitung im Siebträger abgestimmt zu sein.

Marese Espresso Traditionale

Unser Favorit ist jedoch der Marese Espresso Traditionale, der vor allem durch sein Geschmacksprofil aus Zartbitterschokolade, Karamell, Noisette und einer abrundenden Zitrusfrische überzeugt. Dazu kommt eine für einen Espresso angemessene, aber nicht übertriebene Intensität in Geschmack und Aroma, sowie ein angenehm geringer Säuregehalt. Das lässt den Espresso Traditionale von Marese fast wie eine Kombination aus allen hier vorgestellten Espressi wirken, auch wenn dieser Vergleich Angesichts der Komplexität bei der Zusammenstellung durch die einzelnen Röstmeister sicher arg vereinfacht ist. Vielleicht könnte man auch sagen, er weist all die Vorteile auf, ohne die Nachteile der anderen Röstungen zu übernehmen. Zudem weist er mit seinem Mischungsverhältnis von 45/55 an Robusta- und Arabicakaffeebohnen auf seine italienische Tradition hin, das lässt ihn mit dem Siebträger zubereitet sozusagen zu einem ortsunabhängigen italienischen Espresso werden.