Heute ist es Zeit für einen Cappuccino. Eine ur-italienische Kaffeespezialität, die allerdings aus Österreich stammt.

Eigentlich sind wir Deutschen ja dafür bekannt für alles, aber auch wirklich alles eine offizielle Norm festzulegen. Beim Cappuccino jedoch, sind es die Italiener, die festschreiben was exakt ein Cappuccino ist – nachzulesen beim Instituto Nazionale Espresso Italiano.

Demnach besteht ein Cappuccino aus exakt 25ml Espresso und 100ml Milchschaum!

Und das ist auch schon alles!

Kein Kakao- oder Zimtpulver, auch kein Sirup! Und schon gar kein Klecks Schlagsahne! Ein echter Cappuccino besteht lediglich aus einem Espresso und der vierfachen Menge an Milchschaum.

Außerdem trinkt man ihn, zumindest in Italien, bis maximal 12 Uhr! Er ist eine klassische Kaffeespezialität zum Frühstück, das in Italien traditionell aus einem Cappuccino und einen Cornetto, einer italienischen Variante des Croissant, besteht.

Auch beim Cappuccino gilt, Regeln sind nicht alles

Damit hätten wir jetzt schon einmal die Regularien geklärt. Sie können den heutigen Tag des Cappuccinos jetzt also völlig regelkonform begehen. Auf der anderen Seite, manches müssen Genießer sicher nicht zu eng sehen, ein Cappuccino nach 12 Uhr schmeckt mindestens genauso gut.

Cappuccino auch in Deutschland besonders beliebt

Gemeinsam mit dem Latte Macchiato ist der Cappuccino wahrscheinlich eine der beliebtesten Kaffeemilchspezialitäten in Deutschland. Früher oft noch mit einem Klecks Sahne serviert, ist seine Haube aus Milchschaum heute aus keinem Café oder Restaurant mehr wegzudenken. Man hat ihn sozusagen eingedeutscht, wie Pizza und Spaghetti Bolognese.

Dabei ist der Cappuccino eigentlich gar keine italienische Kreation, sondern kam mit österreichischen Soldaten, die im 19. Jahrhundert in Norditalien stationiert waren. Die Österreicher hatten damals auch ihre eigenen Kaffeespezialitäten im Gepäck, unter anderem den „Kapuziner“. Mit einem starken Kaffee oder Espresso als Grundlage wird der Kapuziner mit heißer Milch und einem Klecks Schlagsahne zubereitet. Und im Gegensatz zum heutigen Cappuccino bestreut man den Kapuziner auch heute noch gern mit Schokoladenstreuseln. Nach dem Abzug der Österreicher entwickelten die Italiener den Kapuziner im Laufe der Zeit zum Cappuccino weiter, so das es sich inzwischen um zwei eigene Kaffeespezialitäten handelt. Den klassischen Kapuziner mit Schlagsahne bestellt man in Italien übrigens als cappuccino con panna. Und auch in Österreich sind inzwischen beide Varianten etabliert.

Tipp: Ohne Milchschaum kein Cappuccino, lesen Sie dazu unseren Beitrag 7 Schritte zum perfekten Milchschaum.

In Deutschland hat der Cappuccino seine Variante mit Sahne allerdings nahezu verdrängt. Nur hier und da taucht er noch einmal auf einer Restaurantkarte auf, noch seltener ist er die einzig angebotene Variante. Kaffeevollautomaten und Siebträger sind in der Gastronomie längst Standard, und mit ihrer weiten Verbreitung auch die kinderleichte Zubereitung von Milchschaum.

Gerade Kaffeevollautomaten finden sich heute auch in immer mehr Privathaushalten, weshalb auch hier die Zubereitung eines Cappuccinos kein großes Problem mehr darstellt. Dennoch gehört Instantcappuccino auch heute noch zu den in Deutschland am häufigsten verkauften Kaffeeprodukten. Wir empfehlen allerdings lieber in ein Café zu gehen, statt zu löslichem Kaffeegetränkepulver mit Cappuccinogeschmack zu greifen. Zumindest am Tag des Cappuccinos sollte er es Ihnen wert sein!


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