Ob Kaffeebohnen eingefroren werden dürfen, ist bereits ewig eine heiß diskutierte Frage. Für manche scheint es gar eine Glaubensfrage zu sein.

Kaffeeliebhaber sind mit dem Problem vertraut. Ist die Packung mit frischen Kaffeebohnen erst einmal geöffnet, verliert der Kaffee schnell an Aroma. Bei bereits gemahlenem Kaffee verflüchtigen sich die Aromen sogar noch um einiges schneller.

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Am Ende kann aber auch die perfekte Lagerung die Aromenverluste nur verlangsamen, nicht aber aufhalten. Von dieser Erkenntnis, zur Frage nach dem Sinn oder Unsinn des Einfrierens von Kaffee ist es nur ein kleiner Schritt. In der Kaffeeszene wird aber gerade darüber seit Jahren heiß diskutiert. Während es für die Befürworter eine akzeptable Methode ist, werden deren Gegner zuweilen fast schon emotional, wenn es um das Thema geht. Für sie ist Kaffee einzufrieren absolut unnötig, und kann dem Kaffee mehr schaden als nutzen. Während die einen sich einen ausreichenden Vorrat an Kaffee sichern wollen, verweisen die anderen darauf, dass dies in Zeiten von Kaffee-Abos ja eigentlich unsinnig sei.

Einfrieren ist möglich, macht aber nicht immer Sinn

Aber Kaffee lässt sich durchaus auch auf Vorrat kaufen. Moderne Packungen minimieren den Aromaverlust oft auf ein Minimum. Eine Packung kann in der Regel ein Jahr gelagert werden, ohne das es zu Geschmackseinbußen kommt. Die schnellen und blitzartigen Aromenverlusten treten erst nach dem Öffnen der Packung auf. Wer also nicht gleich im Dutzend kauft, wird den Kaffee problemlos innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums genießen können. Einfrieren macht nur dann überhaupt einen Sinn, wenn man große Mengen bevorraten, oder platzsparend unterbringen will.

Kaffee bevorzugt eine kühle, dunkle Lagerung. Kaffee einfach in den Kühlschrank stellen, ist dennoch ein absolutes No Go. Kaffee nimmt extrem gut andere Düfte auf und setzt diese dann im Geschmack um. Das ist übrigens der Grund, warum der alte Hausfrauentrick mit den Gerüchen aufsaugenden Kaffeesatz so gut funktioniert. Nur im Espresso will man lieber keine Wurstnote haben, nicht wahr?

So kann Kaffee sicher eingefroren werden

Wer jedoch Kaffee in der Gefriertruhe lagern möchte, sollte dabei einige grundlegende Dinge beachten:

  • Die Verpackung muss so luftdicht wie möglich sein. Idealerweise sollte man ein Vakuumgerät sein Eigen nenne, um die Luft aus der Packung herauszusagen.
  • Wie bei viele eingefrorenen Lebensmitteln, gilt auch bei Kaffee, dass man ihn nicht einfach auftauen und die Reste wieder einfrieren kann. Anders als bei anderen Lebensmitteln könnte man den Kaffee danach zwar trotzdem weiterverwenden, man wird sich aber garantiert nicht über den Geschmack freuen.
  • Der Kaffee sollte am besten in passenden Portionen eingefroren werden, also zum Beispiel die benötigte Menge für eine Woche.
  • Das Auftauen der Kaffeebohnen sollte ohne jegliche Hilfsmittel bei Raumtemperatur geschehen. Dabei sollten man auch darauf achten, dass sich kein Kondenswasser bildet.

Nüchtern betrachtet kann man also sagen, Kaffee sollte niemals offen im Kühlschrank gelagert werden, das Einfrieren in der Tiefkühltruhe ist jedoch kein Problem, solange man Maßnahmen trifft, um etwa dem berüchtigten Gefrierbrand vorzubeugen. Wirklich Sinn macht es aber auch nur dann, wenn man größere Mengen an Kaffee hat, der nicht schnell genug aufgebraucht werden kann, und somit Aroma verliert.


Exkurs: Sollte man Kaffeepulver einfrieren?

Ganz klare Antwort, nein, dass sollten man nicht tun. Kaffeepulver ist durch den Mahlvorgang feuchter als die ursprünglichen Kaffeebohnen, und beinhaltet weit mehr freigesetzte Fette. Beides spricht klar gegen die Idee Kaffeepulver einzufrieren.


Allerdings gibt es Kaffeeliebhaber, die darauf schwören, eingefrorener Kaffee würde beim Mahlvorgang von Vorteil sein. Dahinter steht die Annahme, dass beim Mahlvorgang Hitze erzeugt wird, was letzten Endes dem Kaffee weitere Aromen entziehen würde. Sind die Kaffeebohnen jedoch gefroren, ließe sich dieses Risiko minimieren. Stimmt das? Jein, zwar ist die Begründung im Prinzip nicht falsch, sie gilt jedoch bei Kaffeemühlen mit Scheibenmahlwerken nicht mehr wirklich.  

Profi-Röstereien experimentieren mit der Gefriermethode

Auch im Profi-Bereich wird viel über die Thematik nachgedacht, ob und wie man Kaffeebohnen einfrieren sollte, um den Geschmack zu erhalten. Ein Unternehmen, dass sich klar für das Einfrieren ausspricht, ist die australisch-amerikanische Rösterei Proud Mary Coffee. Doch auch hier ist man immer auf der Suche nach der perfekten Methode. Was durchaus teuer werden kann, so berichtet Gründer und Inhaber Noan Hirte gegenüber Daily Coffee News, dass er zwei Tiefkühltruhen im Wert von rund 1.500 Dollar geschrottet hat, eher er zu einem befriedigendem Ergebnis kam.

Fazit: Kaffee einzufrieren ist dann sinnvoll, wenn es sich um wirklich größere Mengen handelt. Allerdings gibt es einige wichtige Punkte, die dabei zu beachten sind, um dem Kaffeegeschmack nicht mehr zu schaden, als zu nutzen.


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