Deutschland fährt herunter. Auch in der Gastronomie gibt es massive Einschränkungen, die teilweise existenzbedrohend werden.

Die Zahl der Neuinfektionen durch den Coronavirus ist in den letzten Tagen rasant gestiegen, so dass Bund und Länder das öffentliche Leben immer weiter einschränken, um die Zahl der Neuansteckungen unter Kontrolle bringen zu können. Deutschlandweit hat der Einzelhandel, mit wenigen Ausnahmen, geschlossen. Auch die Gastronomie hat mit massiven Einschränkungen zu kämpfen, die für manchen Gastronomen existenzbedrohend werden können.

Um Arbeitsplätze zu sichern und Insolvenzen möglichst zu verhindern, hat die Politik Soforthilfen und Kreditprogramme geschaffen, die auch in der Gastronomie hilfreich sein können.

Folgende Maßnahmen und Angebote stellen Bund und Länder zur Verfügung, in der Auflistung finden Sie natürlich auch die Ansprechpartner, bei denen Gastronomen die jeweilige Unterstützung beantragen können.

Kurzarbeitergeld

Im Eilverfahren hat der Bundestag die Beantragung von Kurzarbeitergeld beschlossen, die Erleichterungen gelten rückwirkend zum 1. März. Kurzarbeitergeld kann nun bereits beantragt werden, wenn 10% der Mitarbeiter betroffen sind, zusätzlich wurde es auf beschäftigte Leiharbeiter ausgeweitet. Wegen Kurzarbeit nach Hause geschickte Mitarbeiter erhalten als staatliche Leistung 60% ihres Nettogehalts, zusätzlich werden unter bestimmten Umständen die Seitens des Arbeitgebers zu zahlenden Sozialbeiträge übernommen.

Kurzarbeitergeld muss bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. In diesem Merkblatt stellt die Agentur die notwendigen Informationen zur Verfügung, zur Beantragung müssen Sie sich an Ihre regionale Arbeitsagentur wenden.

Entgeltfortzahlungsversicherung

Neben der gesetzlichen Regelung bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es für kleine Unternehmen (unter 30 Mitarbeitern) die Entgeltfortzahlungsversicherung. Diese soll kleine Unternehmen gegen den finanziellen Verlust absichern, wenn ein Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfällt.

In diesem Fall ist Ihr Ansprechpartner die Krankenversicherung des jeweiligen Arbeitnehmers, bzw. bei Minijobern die bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelte Minijober-Zentrale.

Steuerpfändungen ausgesetzt

Zwar wird es Gastrobetrieben nicht akut helfen, dennoch sollten Sie auf jeden Fall die Steuererleichterungen im Blick haben, die wegen der Coronakrise erlassen wurden. Aufatmen können Gastronomen, die Angst vor einer Pfändung wegen Steuerschulden haben. Diese sind für das gesamte Restjahr 2020 ausgesetzt.

KfW Hilfen für junge Gastrobetriebe

Kredite der staatlichen KfW-Bank waren auch schon vor der Coronakrise eine beliebte Finanzierungsmöglichkeit für Gastrobetriebe, die jünger als fünf Jahre sind. Als Reaktion auf die aktuelle Krise, will die KfW zusätzlich eine Risikoübernahme von bis zu 80% für Betriebsmittelkredite bis 200 Millionen Euro und die Haftungsfreistellung auch für Großbetriebe öffnen. Die Unternehmenskredite der KfW haben derzeit einen Zinssatz von 1%.

Informationen bekommen Sie online bei der KfW, die Beantragung von Krediten wird über Ihre Hausbank abgewickelt.

Soforthilfe des Freistaats Bayern

Auch der Freistaat Bayern hat ein Corona-Soforthilfeprogramm auf die Beine gestellt, es richtet sich auch an kleinere Unternehmen, Selbständige und Freiberufler und wird nach Mitarbeiten gestaffelt ausgezahlt:

  • 5.000 Euro bei bis zu 5 Mitarbeitern
  • 7.500 Euro bei bis zu 10 Mitarbeitern
  • 15.000 Euro bei bis zu 50 Mitarbeitern
  • 30.000 Euro bei bis zu 250 Mitarbeitern

Antragsformular und alle weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Hilfsmaßnahmen der restlichen Bundesländer

Auch die 15 restlichen Bundesländer haben unbürokratische Hilfe angekündigt oder bereits umgesetzt, eine Übersicht über die gesamten Maßnahmen der Bundesländer finden Sie hier.


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