Das Pressotat überwacht den Druck, und damit die Temperatur in Zwei-Kreis-Siebträgern.

Bei der Zubereitung eines Espresso kommt es auf den richtigen Druck an, das dürfte allen Barista klar sein. Das Thema Druck betrifft aber nicht nur die Zahl an bar, mit der das heiße Wasser durch das frischgemahlene Kaffeepulver gepresst wird, sondern spielt bei der ganzen Konstruktion eines Siebträgers eine Rolle.

Die kurze Antwort auf die Frage, was ein Pressostat ist, lautet schlicht: Ein Pressostat überwacht den Druck im Kessel von Zwei-Kreis-Siebträgern. Bei diesem Typ Siebträger ist es nötig, weil der Kessel dort Wasser und Dampf gleichzeitig enthält. (Die Mischung beträgt ungefähr 70/30.) Dabei herrscht im Idealfall eine Temperatur von rund 120°C, die durch Überdruck – hier kommt das Pressostat zum Einsatz – konstant gehalten wird.

Das Pressostat überwacht den Kesseldruck durch eine enthaltene Membran, die durch den herrschenden Überdruck eingedrückt wird. Ist der Druck zu hoch, sorgt dieser Druckwächter dafür, dass die Heizspirale abgeschaltet wird und damit die Kesseltemperatur sinkt. Ist der Druck hingegen zu gering, geschieht das Gegenteil.

Dabei ist das Pressostat relativ simpel konstruiert, die durch den Druck verformte Membran interagiert lediglich mit einer Feder und einem Schalter. Diese einfache Konstruktion unterstützt die Zuverlässigkeit des Bauteils, hat aber auch den Nachteil nicht ganz so exakt wie machen elektronischen Bauteile zu arbeiten. Die Ungenauigkeitsbandbreite des Kesseldrucks beträgt zwischen 0,1 und 0,2 bar.

Ist das Pressostat ein PID-Ersatz?

Die Feder des Pressostats, die den Schalter für die Heizspirale auslöst, steht unter einer gewissen Spannung. Diese Spannung lässt sich durch einen Regler einstellen, deshalb kann der Barista über das Pressostat den Druck und damit die Temperatur steuern. Für die Qualität des aufgebrühten Kaffees ist die konstante Temperatur bekanntlich enorm wichtig, deshalb verfügen viele Siebträger, in der Regel im oberen Preissegment, über eine sogenannte PID-Steuerung, die Temperatur unabhängig von Faktoren wie das Kesselvolumen reguliert. In der Szene wird deshalb zuweilen diskutiert, ob das Pressostat eine PID-Steuerung bei einem Zwei-Kreiser 1:1 ersetzen kann. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Aber selbst wenn man das Pressostat als einen Ersatz betrachtet, dürfte die PID-Steuerung in Sachen Flexibilität und Genauigkeit doch überlegen sein.

Tipp: Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Was ist eine PID-Steuerung?