Sein eigenes kleines Café oder Lokal zu betreiben, davon träumen viele Menschen. Bei vielen ist der Traum aber schnell ausgeträumt.

Leider sind es nicht einmal wenige, deren Traum von der eigenen Gastronomie scheitert. Gerade in dieser Branche geht man davon aus, dass nur jeder Dritte sich mittel- bis langfristig halten kann. Ein Großteil der Gründer scheitert bereits in den ersten zwei bis drei Jahren.

Doch auf manche Ursachen für das Scheitern haben die Gastronomen keinen Einfluss. Aktuell dürfte wohl die Coronapandemie und die mit ihr verbundenen Einschränkungen, die größte Gefahr für die Gastronomen sein, egal ob neu oder bereits alt eingesessen.

Es gibt aber Fehler, die besonders Neueinsteiger oft begehen, und die sich vermeiden lassen:

1. Es gibt kein klares Konzept

Oft finden sich gerade in der Gastronomie Menschen, die „ihren Traum“ vom eigenen Café oder Bistro erfüllen wollen. Seine Träume zu verwirklichen ist an sich eine gute Idee, man sollte sich aber darüber bewusst sein, dass Träume eher eine grobe Richtung vorgeben und kein ausgefeilter Plan sind.

Es reicht nicht einfach ein paar Tische, eine Theke und eine Küche zu organisieren. Auch sein eigenes Lieblingslokal zu kopieren führt selten zum Erfolg. Wer sein eigenes Lokal eröffnen möchte, muss bereits im Vorfeld eine genaue Vorstellung davon haben.

2. Ein zu kleines Budget für Gründung und Anfangszeit

Selbst wenn es nur ein kleiner, überschaubarer Gastronomiebetrieb ist, die Anfangsinvestitionen in die Ausstattung für Gasträume, Küche und Hygieneanlagen usw. sind hoch. Pauschal sollte man mit einem kleineren bis mittleren fünfstelligen Betrag rechnen, um überhaupt an den Start zu gehen. In diesem Zeitraum gilt es die Kunst zu beherrschen auf der einen Seite einen Euro zweimal umdrehen zu können, ohne aber am falschen Ende zu sparen.

3. Gastronomie ist Teamwork

Wer nicht gerade einen Ein-Mann-Imbiss gründen will, kommt ohne Mitarbeiter nicht aus. Ein guter Gastronom muss daher nicht nur wissen, wie er mit seinen Gästen umgeht, sondern auch bei seinen Mitarbeitern den richtigen Ton treffen. Und wie viele Unternehmer muss er wissen was wirklich nur der Chef selbst erledigen sollte, und welche Tätigkeiten auch an Mitarbeiter abgegeben werden kann.

4. Die falsche Location

Gerade wer eine Gastronomie übernehmen möchte, sollte sich deren Geschichte ansehen. Besser die Finger sollte man von Lokalen lassen, bei denen es in der Vergangenheit alle ein bis zwei Jahre neue Betreiber gab. Die Gründe dafür sind nicht nicht immer bei den gescheiterten Pächtern zu finden, schuld könnte zum Beispiel auch der Standort sein. Einsteigen sollte man hier nur dann, wenn man ganz sicher die Gründe für das Scheitern der anderen identifiziert hat, und noch sicherer ist, sie nicht selbst zu begehen.

5. Es fehlt an Flexibilität

Ohne einen Plan gelingt der Start nicht, wer sich aber zu unflexibel zeigt, für den könnte das Ende auch schnell kommen. Läuft der Gastrobetrieb erst einmal, ergeben sich Verbesserungsvorschläge oft wie von selbst. Oder man stöbert selbst Trends auf, die man in seinen Betrieb integrieren möchte. Wichtig dabei, es gilt das richtige Maß an Flexibilität an den Tag zu legen, ohne sich und dem eigentlichen Konzept dabei untreu zu werden. Denn wenn man am Ende nicht mehr hinter dem Konzept stehen kann, ist auch nichts gewonnen.

6. Die Werbetrommel nicht rühren

Hat man einen Gastronomiebetrieb übernommen, oder ein Lokal dort gegründet, wo es reichlich Laufkundschaft gibt, muss man in aller Regel keine Angst haben an den ersten Tagen allein im Laden zu stehen. Betreiberwechsel sprechen sich in der Umgebung schnell herum, und viele Menschen wollen den oder die Neue/n einfach mal ausprobieren.

Auf Dauer braucht es aber Marketing, um erfolgreich zu sein. Zur Grundausstattung sollte eine eigene Webseite gehören, sowie ein gepflegter Google MyBusiness-Eintrag. Darüber hinaus ist es immer hilfreich auch in den sozialen Medien aktiv zu sein. Und auch klassische Medien wie die örtliche Zeitung oder Radiostation sollte man dann einplanen – wenn es das Budget hergibt.

7. Auf die Erfahrung anderer verzichten

Neulinge im Gastronomiebereich haben mitunter falsche Vorstellungen von realen Abläufen. Gerade sie können von der Erfahrung ihrer Mitarbeiter in Küche und Service profitieren, und sollten deren Ratschläge auch annehmen. Aber selbst für Gründer, die bereits selbst Gastronomieerfahrung gesammelt haben, kann sicher noch der ein oder andere gute Tipp herausspringen.

8.  Feedback ignorieren

Hören sollte man natürlich auch auf seine Gäste. Und auch in einer unsachlichen und harschen Kritik verbirgt sich oft eine Möglichkeit sich und seinen Gastrobetrieb zu verbessern. Auch eine Internetbewertung kann, so unfair sie einem auf dem ersten Blick auch erscheint, Verbesserungspotential ausfindig machen.


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