Zusammen sind die Kaffeesorten Arabica und Robusta für rund 99% des weltweit verarbeiteten Kaffees verantwortlich. Was verbirgt sich aber hinter dem fehlenden 1%?

Wahrscheinlich haben Menschen schon kurz nach der Entdeckung der Kaffeepflanze begonnen mit Kaffee zu handeln. Und weil der Mensch bereits wusste, wie er Wildpflanzen für seine Zwecke zurecht züchten konnte, begann er auch den Kaffeestrauch nach und nach an seine eigenen Vorstellungen bzw. seinem Geschmack anzupassen. Doch je mehr Kaffee zum Massenprodukt wurde, desto standardisierter musste er werden. Schließlich wollen die meisten Kaffeetrinker eine gleich bleibende und vor allem gleich schmeckende Qualität. Die Konsequenzen waren bald dieselben, wie bei Äpfeln oder Kartoffeln – immer mehr Sorten wurden nicht länger angepflanzt Mit der Zeit verschwanden immer mehr Varianten, und statt einer Vielfalt an Kaffeesorten blieb die dominierende Arabica-Kaffeebohne übrig, der außer der Robusta-Sorte keine andere Bohne mehr Konkurrenz machen konnte. Heute bilden die Beiden und ihre Untersorten nahezu 99% des weltweiten Kaffees ab.

Doch es gibt sie noch, die kleinen Exoten unter den Kaffeepflanzen, die als Spezialitätenkaffee in kleinen Margen ihre Liebhaber finden. Fünf dieser Sorten haben wir uns für sie einmal genauer angesehen.


Die 5 seltensten Kaffeesorten der Welt:


Nur auf einer der Galapagos Inseln ist es erlaubt Kaffee anzubauen.

Kaffee von den Galapagos Inseln

Die Galapagos Inseln brachten einst Charles Darwin auf die Spur der Evolution. Heute stehen die Inseln unter strengem Naturschutz, und sind doch zugleich eine Touristenattraktion. Wer aktuell jedoch auf die Idee käme, auf einer der Inseln eine Kaffeeplantage zu bauen, dürfte wenig Erfolgsaussichten haben.

1875 nahmen die Behörden es damit allerdings noch nicht so genau, weshalb sich damals eine Kaffeeplantage auf einer der Inseln ansiedeln konnte. 2.000 Hektar beträgt die Anbaufläche, und dürfte sie wohl auch in Zukunft betragen, denn wegen der strikten Naturschutzvorschriften, darf die Kaffeeplantage nicht mehr erweitert werden. Das macht Kaffee von den Galapagos Inseln schon einmal zu einem der seltensten Kaffees der Welt. Allerdings kann Galapagos Kaffee auch durch seinen besonderen Geschmack überzeugen. Er gilt als sehr gehaltvoll, lediglich mit einer dezenten Säure versehen.

Hawai’i Kona: Hawaiianischer Kaffee

Bleiben wir im Pazifik und gehen nach Hawaii. Der 50. Bundesstaat der USA besteht aus Vulkaninseln. Trotz der nicht zu übersehenden Gefahr, haben sich Menschen seit jeher in der Nähe von Vulkanen angesiedelt. Nicht ohne Grund, denn der Boden dort ist besonders fruchtbar und für Landwirtschaft geeignet.

Der Mineralienreichtum des Bodens spiegelt sich auch im Kaffeegeschmack wider, der sogenannte Hawai’i Kona gilt als ein besonders kräftiger Vertreter seiner Art. Gewonnen wird er aus Typica-Kaffeebohnen, die auf den Hauptinseln Hawaiis angebaut werden. Der Platz mag aufgrund der Insellage auch in diesem Fall natürlich begrenzt sein, ist jedoch nicht so stark reglementiert, wie auf den Galapagos. Das ermöglicht es vor allem kleinen Kaffeeplantagen an innovativen Varianten des Hawai’i Kona zu experimentieren, die meist mehr als nur einen Kostversuch wert sind.

Der Monsoon, sehnsuchtsvoll erwartet, und doch bei manchem gefürchtet.

Monsooned Malabar Kaffee

Der Indian Monsooned Malabar gilt als besonders gut geeignet für Espressobohnen, er hat einen erdigen Geschmack, ohne jedoch unangenehm zu werden. Das der Kaffee heute als Spezialitätenkaffee gilt, hat eine gewisse Ironie, denn seine spezielle Zubereitungsweise simuliert, was früher als Mangel galt und abgeschafft wurde.

Da geernteter und aufbereiteter Kaffee noch immer mit seiner Umwelt agiert, schmeckte man dem Kaffee zu Zeiten der großen Segel- und Dampfschiffe, seine lange Reise von Indien nach Europa sprichwörtlich an. Vor allem die salzige Meeresluft wurde aufgrund der lockeren Verpackungsweise in den Bugs der Segelschiffe zu einem zusätzlichen Aroma in der Kaffeetasse. Heute kommt Kaffee gut verpackt und wesentlich schneller zu uns. Weil manche den alten Geschmack des aus Indien stammenden Kaffees vermissten, wird er heute in Indien während der Monsoon Zeit und an der salzigen Küstenluft getrocknet und gelagert, um den Geschmack von einst wiederauferstehen zu lassen.

Für Aged Sumatra ist dieser Kaffee deutlich zu jung

Alter Kaffee aus Sumatra

Auch die Herstellung des Aged Sumatra weicht von der Norm ab, und wird dadurch so besonders und selten. Der Name ist Programm, dieser aus Indonesien stammende Kaffee wird erst einmal für drei Jahre gelagert, ehe er weiterverarbeitet wird. Dadurch wird die in den Kaffeebohnen ohnehin schon nur schwach vorhandene Säure noch einmal reduziert, und der gewonnene Kaffee hat eine spürbar süße Note.

Zurück zum Ursprung: Äthiopischer Waldkaffee

Der Legende nach wurde Kaffee zum ersten Mal von einem äthiopischen Hirten entdeckt – oder, um genauer zu sein, von dessen Ziegen. Äthiopischer Waldkaffee ist von den vielen verkauften Sorten dem ursprünglichen, natürlichen Original wahrscheinlich am ähnlichsten, denn er wird aus unkultivierten Wildpflanzen gewonnen. Auf einen Hektar umgerechnet, ist der Ertrag deshalb auch 30 Mal geringer, als der Schnitt von Kaffeeplantagen. Im Geschmack ist der Waldkaffee besonders fruchtig, ja, er erinnert auch ein wenig an Kirschen.

Und was ist mit diesem Affen-Kaffee?

Kopi Luwak behauptet von sich der seltenste Kaffee der Welt zu sein. Allerdings kommen bei der Herstellung von Kopi Luwak keine Affen zum Einsatz, bei den Tieren handelt es sich um eine Baumkatzenart, also kleine marderartige Baumbewohner, die die vollreifen Kaffeebohnen verspeisen und den Kern wieder ausscheiden. Heute sehen viele diesen Kaffee allerdings als kritisch an, weil Geschäftemacher die Tiere oft unter unwürdigen Bedingungen halten, um an die Kaffeebohnen heranzukommen. Zudem gibt es inzwischen weltweit Nachahmer, die Kaffee zuvor an andere Tierarten verfüttern. Der vermutlich tatsächlich seltenste Kaffee der Welt, besteht aus Kaffeebohnen, deren Kirschen zuvor an eine Handvoll zahmer Elefanten verfüttert wurden. Später ist der Kaffee exklusiv in einem thailändischen Hotel verfügbar. Wenn man ehrlich ist, klingt das alles wenig appetitlich und ist auch nicht wirklich etwas für Tierfreunde. In unsere Top 5 gehört dieser Kaffee also wirklich nicht.