Deutschland bleibt ein Land des Filterkaffees. Wohl dank Melitta Bentz, die heute vor 112 Jahren das Patent auf die Filtertüte erhielt.

Der Markenname Melitta gehört wohl nicht nur für Kaffeetrinker zu einem der bekanntesten Markennamen des Landes. Dabei handelt es sich erst einmal um einen heute fast in Vergessenheit geratenen weiblichen Vornamen, den auch Amalia Auguste Melitta Bentz trug. Zu ihrer Zeit wurde das Kaffeepulver noch im heißen Wasser aufgebrüht, und anschließend durch einen Sieb abgefiltert. Das Ergebnis war aber oft wenig überzeugend, oft fanden sich noch reichlich Pulverreste in der Kaffeetasse.

Und das eben auch in den Kaffeetassen von Melitta Bentz. Der Unterschied zu anderen bestand darin, dass sie überlegte, wie man es besser machen könnte.

Ihr erster Vorschlag dazu bestand aus einer mit Löchern versehenen Blechdose und dem Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes. Nach ein wenig weiterer Tüftelei wurde aus dieser Ursprungsidee die Filtertüte, wie wir sie heute noch kennen.

Am 20. Juni 1908 schließlich erhielt Melitta Bentz auf eine der ersten Versionen ihrer Erfindung den Gebrauchsmusterschutz des kaiserlichen Patentamtes, am 8. Juli des gleichen Jahres wurde das Patent für die eigentliche heute bekannte Filtertüte erteilt. Ende 1908 sicherten sich die Bentz den Markennamen „Melitta“.

Aufgrund dieser drei Daten gibt es von Zeit zu Zeit Streit an welchem Tag man denn nun feiern sollte. Der 20. Juni hat sich inzwischen aber eingebürgert. Am Ende ist das genaue Datum auch unbedeutend, solange man sich an jene einfache Hausfrau erinnert, deren Erfindungsreichtum inzwischen unter Garantie das Leben von Milliarden Menschen ein wenig besser gemacht hat.  


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